Zweitausend Stromvertrieb: Die Ernüchterung schreitet voran

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com
Wie das strom magazin bereits vorab und exklusiv berichtete, hat der in Porta Westfalica ansässige Stromversorger Zweitausend Stromvertrieb am Donnerstag, 8. März, den Insolvenzantrag gestellt (den Artikel vom Dienstag finden Sie hier). Dies bestätigte ein erschöpfter und betrübter Rainer Diesselhorst, Geschäftsführer des Zweitausend Stromvertriebs, dem strom magazin gestern nochmals telefonisch.


Die Endgültigkeit der Geschäftsaufgabe hat bei den Mitarbeitern und auch beim Chef deutliche Spuren hinterlassen, die Aufarbeitung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. "Wir möchten uns insbesondere bei unseren Kunden und Mitarbeitern bedanken, die uns auch in schlechten Zeiten unterstützt und die Treue gehalten haben", trug Diesselhorst sein erst mal letztes Anliegen vor. "Schreiben Sie das bitte auch so, das ist uns wichtig." Jetzt liegt es in den Händen des Insolvenzverwalters heraus zu finden, woran das Unternehmen scheiterte.


Unterdessen werden die allermeisten Zweitausend-Kunden ein Schreiben ihres Energieversorgers bekommen haben. Wer genug hat vom "freien" Strommarkt und zu seinem Regionalversorger zurück geht, sollte darauf achten, dass sich die Vertragslaufzeit in einem vertretbaren Rahmen bewegt (drei bis sechs Monate). Dadurch bleiben Sie flexibel, sollten Sie es sich doch noch einmal anders überlegen. Und nicht vergessen: Der Vertrag mit dem Zweitausend Stromvertrieb über 24,7 Pfennig pro Kilowattstunde beinhaltet nicht nur die Stromlieferung, sondern auch die Netznutzung. Alle Gebühren, die dafür anfallen, hat der Zweitausend Stromvertrieb zu zahlen. Ihr Regionalversorger muss Anspruch auf eventuell noch nicht bezahlte Rechnungen zuerst in Porta Westfalica anmelden.


Übrigens: Am Montag um 19.25 Uhr wird unser Kooperationspartner, das ZDF-Verbrauchermagazin WISO, einen Bericht über die "Liberalisierung" des deutschen Strommarktes senden.