Bund der Energieverbraucher

Zweiklassengesellschaft der Stromkunden: Treue wird bestraft

Der Bund der Energieverbraucher hat erneut darauf hingewiesen, dass fast 70 Prozent der deutschen Haushalte ihren Strom noch immer im teuren Allgemeinen Tarif beziehen. Dabei könne man allein mit dem Wechsel des Tarifs beim angestammten Versorger bis zu 15 Prozent Rabatt rausholen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (Bund der Energieverbraucher/sm) - Der Bund der Energieverbraucher beklagt eine "Zweiklassengesellschaft" bei den Stromkunden. Während gutinformierte und wechselbereite Verbraucher über die Sondertarife ihrer Regionalversorger oftmals einen Nachlass von bis zu 15 Prozent bekämen, müssten unsichere und treue Verbraucher die deutlich höheren Standardtarife zahlen.

"Nur 30 Prozent aller Kunden haben bisher den günstigsten Tarif ihres Versorgers genutzt", bemerkt Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher. Die meisten Stromversorger bieten privaten Haushalten zwei Tarife an: Den Allgemeinen Tarif und Sonderabkommen. Während jeder Verbraucher automatisch in den Allgemeinen Tarif eingestuft wird, muss der Sondertarif in vielen Fällen gesondert beantragt werden. Laut Bund der Energieverbraucher haben das knapp 70 Prozent der deutschen Haushalte aber bisher noch nicht getan.

"Der Anbieterwechsel ist einfach und höchst rentabel. Wer den Sprung zu einem günstigeren Anbieter scheut, sollte wenigstens beim alten Versorger in den günstigsten Tarif wechseln. Es ist ein Skandal, dass treue Kunden durch überhöhte Preise abgestraft werden, und zwar in großem Umfang", bringt Peters die Sache auf den Punkt.