Pläne

Zwei Milliarden Euro für Gebäudesanierung vorgesehen

Der Sechs-Punkte-Plan zur Energiewende beinhaltet einem Zeitungsbericht zufolge schrittweise zwei Milliarden Euro für Gebäudesanierung - allerdings nicht jedes Jahr, wie Verbände fordern. Zudem seien neue Vorgaben zum Ausbau von Stromnetzen vorgesehen und neue Eignungsflächen für Windkraft.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

München/Berlin (afp/red) - Die Bundesregierung will nach Presseinformationen den Umbau der Stromversorgung auf erneuerbare Energien mit einem Sechs-Punkte-Plan beschleunigen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" vorab aus ihrer Samstagsausgabe berichtet, einigten sich Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium auf ein entsprechendes Papier.

So sollen etwa neue Eignungsflächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden. Zur Förderung von Offshore-Anlagen solle das bereits beschlossene Fünf-Milliarden-Euro-Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) noch in diesem Frühjahr starten. Zudem sollten Offshore-Windparks leichter genehmigt werden und sich schneller refinanzieren.

Zugleich wolle die Regierung Stromnetze schneller ausbauen, um etwa den Windstrom vom Norden in den Süden zu bringen. So genannte intelligente Netze sollen helfen, den Stromverbrauch durch die Endkunden so zu steuern, dass nicht alle zur selben Spitzenzeit Strom beziehen.

Auch für mehr Energieeffizienz will die Regierung demnach sorgen und das Gebäudesanierungsprogramm der KfW "schrittweise auf zwei Milliarden Euro" aufstocken. Die energetische Sanierung soll steuerlich gefördert und der Energie- und Klimafonds, in den deutsche Atomkraftwerke einzahlen, im kommenden Jahr auf eine Milliarde Euro aufgestockt werden. Die für erneuerbare Energien typische schwankende Stromerzeugung soll verstärkt durch flexible Kraftwerke ausgeglichen werden. Gaskraftwerken komme dabei "eine besondere Rolle zu".

Das Sanieren von Gebäuden gilt als eines der wichtigsten Mittel zum Einsparen von Kohlenstoffdioxid-Emissionen im Kampf gegen die Erderwärmung. Die Bundesregierung hat sich deshalb vorgenommen, bis zum Jahr 2050 die deutschen Gebäude annähernd klimaneutral zu machen. Dazu sollen in den kommenden knapp 40 Jahren zwei Prozent aller Gebäude saniert werden. Umweltminister Röttgen hatte sich am Donnerstag dafür ausgesprochen, dass Hausbesitzer die Sanierung ihrer Gebäude steuerlich absetzen können.

Am Freitag hatte in Berlin ein Zusammenschluss von 60 Verbänden, überwiegend aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Umwelt- und Verbraucherschutz jährlich zwei Milliarden Euro Fördergeld für energieeffizientes Bauen und Sanieren von Gebäuden gefordert.