Finanzielle Unterstützung

ZVEI fordert Förderprogramm für energiesparende Geräte

Die Elektroindustrie fordert von der Politik ein Programm, das den Kauf energieeffizienter Produkte finanziell unterstützt. Beispielsweise sollen nach Meinung des ZVEI "150 Euro pro ausgetauschtem Gerät" erstattet werden. Die DUH hält dies für den "falschen Weg", die Kunden müssten beim Kauf richtig beraten werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Rund 40 Milliarden Kilowattstunden Strom könnten in Deutschland jedes Jahr eingespart werden, wenn alle heute verfügbaren energiesparenden Produkte und Technologien auch eingesetzt würden. Deshalb forderte der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) von der Politik ein Förderprogramm, das den Kauf von energieeffizienter Technik finanziell unterstützt.

Konkret solle das Programm finanzielle Anreize für jeden Endverbraucher schaffen, der sich ein neues Kühl- oder Gefriergerät der besten Energieklasse A++ anschafft. ZVEI-Vorstandsmitglied Kurt-Ludwig Gutberlet schweben "150 Euro pro ausgetauschtem Gerät" vor. Dies entspreche etwa dem Kostenunterschied zwischen der heute meistverkauften Klasse A und der bestmöglichen Klasse A++. Der finanzielle Anreiz könnte etwa als steuerliche Anrechenbarkeit auch als so genanntes "Cash-Back"-Programm gestaltet werden. Pro Jahr würde dieses Programm rund 75 Millionen Euro kosten.

Eine Kühl-Gefrierkombination der Energieeffizienzklasse C benötigt pro Jahr etwa 600 Kilowattstunden Strom, ein entsprechendes Gerät der Energieeffizienzklasse A verbraucht mit rund 320 Kilowattstunden fast nur die Hälfte des Stroms eines C-Geräts, eines der Klasse A++ nochmals rund 30 Prozent weniger. Würden alle Kühl- und Gefriergeräte in Deutschland gegen Modelle der bestmöglichen Energieeffizienzklasse A++ eingetauscht, würde die Beleuchtung der Privat- und der Geschäftsräume sowie der Straßen auf den neusten Stand der Technik gebracht und würden alle Pumpen, Aggregate und Kompressoren mit neuen Elektroantrieben ausgestattet, würden 40 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr nicht mehr benötigt. Dies entspreche in etwa dem Jahresstromverbrauch des Bundeslandes Hessen. 16 Kraftwerksblöcke mit je 400 Megawatt Leistung wären überflüssig.

DUH: Kunden beim Kauf richtig beraten

Gerd Rosenkranz von der Deutschen Umwelthilfe hält den Vorschlag des ZVEI für "den falschen Weg". Es sei erheblich wichtiger, dass die Elektroindustrie den Handel dazu bringe, die Kunden beim Kauf richtig zu beraten. Die DUH favorisiere eher das japanische "Top-Runner-Modell". Nach diesem Ansatz werde der heute höchste Stand der Technik in absehbarer Zeit immer zum neuen Mindeststandard erhoben. Dieses Modell "kostet den Staat keinen Cent" und fördere "aktiv den technischen Fortschritt". Wenn der ZVEI nun Zuschüsse für seine Produkte fordere, sei das in etwa so, "als würde Toyota Subventionen für jeden Prius fordern". Der Prius sei als Hybrid-Auto ebenfalls besonders energieeffizient und emittiere weniger Klimagase als andere Pkw.

Weitere Maßnahmen für mehr Energieeffizienz

Die Elektroindustrie fordert unterdessen auch bei elektrischen Antrieben und elektrischer Beleuchtung "Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz" von der Politik. Vor allem bei den elektrischen Antrieben sei das Einsparpotenzial enorm. Hier verlangt der ZVEI, dass beim Kauf neuer elektronischer Antriebe die Lebenszykluskosten verpflichtend angegeben werden müssten. Rund 90 Prozent dieser Kosten mache bei älteren, ineffizienten Antrieben der Stromverbrauch aus. Bei elektrischer Beleuchtung tritt der ZVEI vor allem für eine Erneuerung der öffentlichen Straßenbeleuchtung ein, die teilweise noch mit stromfressender Technik aus den sechziger Jahren arbeite.