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Zuwachs bei Windkraftanlagen abgebremst / Exporte immer wichtiger

Deutschland bleibt der größte Windenergiemarkt weltweit, der Zubau neuer Anlagen nahm 2004 um knapp 13,8 Prozent zu, berichteten heute BWE und VDMA. Dies bedeute dennoch einen Rückgang beim Wachstum der Neuinstallationen, so dass der Umsatz der Anlagenbauer nur durch verstärkte Exporte stabil blieb.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Bei der Neuinstallation von Windenergieanlagen schlägt für 2004 erneut ein rückläufiges Wachstumstempo zu Buche. Ende des Jahres waren 16 543 Anlagen mit einer Gesamtleistung von nahezu 16 630 Megawatt in Betrieb. Das entspricht im Vorjahresvergleich zwar einem Plus von etwa 13,8 Prozent oder 1200 Anlagen, teilten der Bundesverband Windenergie (BWE) und der zuständige VDMA-Bereich am Montag in Berlin mit. Im Vergleich zu 2003 sei das Plus aber um etwa 23 Prozent geringer ausgefallen. Damit dauere der seither zu beobachtende Trend das zweite Jahr in Folge an.

Mit der Ende 2004 installierten Gesamtleistung bleibt Deutschland aber vor Spanien der größte Windenergiemarkt der Welt, betonte Jens Peter Molly, Geschäftsführer des Deutschen Windenergie-Instituts. BWE-Präsident Peter Ahmels machte für das gebremste Wachstum vor allem administrative Hemmnisse verantwortlich. Wegen der Änderung bei der Genehmigungspraxis sei es bei einer Reihe von Projekten zu Verzögerungen gekommen. Die Ertüchtigung bestehender Anlagen (Repowering) und der Bau von Windenergieanlagen auf dem Meer in Küstennähe (Offshore) werde erste gegen Ende des Jahrzehnts deutliche Wachstumsimpulse geben.

Wegen des rückläufigen Marktes für die im Binnenland stationierten "Windmühlen" wird für die Anlagenbauer der Export immer wichtiger. Laut Norbert Giese, Vorstand von VDMA Power Systems, steuert die Branche auf einen Exportanteil von zwei Drittel zu. 2003 habe er bereits bei 58 Prozent gelegen. Das Umsatzvolumen veranschlagte Giese für 2004 auf gut drei Milliarden Euro. Damit werde dank der Ausfuhren das Umsatzvolumen des Vorjahres wieder erreicht.

Aus Sicht der beiden Verbände setzt die Netzstudie der Deutschen Energie-Agentur (dena) für die langfristige Integration der Windenergie in den deutschen Strommix "positive Signale". Die in dem Papier enthaltenen Zahlen und Fakten seien weitgehend unstrittig, wohl aber die Zusammenfassung der Analyse und die damit verbundenen unterschiedlichen Wertungen, äußerten die Experten. Der BWE hatte deshalb vor einer Woche seine Zustimmung verweigert, eine Pressekonferenz zur offiziellen Präsentation wurde kurzfristig abgesetzt. Molly sagte auf Nachfrage, das dena-Konsortium müsse nun noch einmal beraten. Er rechne damit, dass die Studie eventuell Ende Februar veröffentlicht wird.