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Zusatz-Info: Der Zeitplan zum Atomausstieg

Vor vier Jahren haben Bundesregierung und Energiekonzerne einen Ausstieg aus der friedlichen Nutzung der Atomenergie vereinbart. Heute Morgen wurde mit Obrigheim das dritte Kernkraftwerk abgeschaltet. Sofern der Atomausstieg Bestand hat, geht 2021 das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart (ddp/sm) - Die Bundesregierung und die deutschen Energiekonzerne haben 2001 den so genannten Atomkonsens vereinbart. Er sieht den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie in Deutschland vor. Für alle deutschen Atomkraftwerke wurde darin eine Reststrommenge von insgesamt 2623 Terawattstunden festgeschrieben. In Kraft trat das Gesetz im Frühjahr 2002.

In der Vereinbarung wurde die Gesamtlaufzeit der Kraftwerke auf durchschnittlich 32 Jahre beschränkt. Durch die Festlegung der Gesamtstrommenge können einzelne Kraftwerke aber deutlich früher oder später abgeschaltet werden. So wurde das AKW Stade in Niedersachsen aus wirtschaftlichen Gründen bereits 2003 nach 31 Jahren Laufzeit stillgelegt. Das jetzt abgeschaltete AKW Obrigheim konnte durch eine Strommengenübertragung länger als vorgesehen am Netz bleiben.

Mit dem Aus von Obrigheim sind nun noch 17 deutsche Kernkraftwerke in Betrieb: Biblis A und B, Brokdorf, Brunsbüttel, Emsland, Grafenrheinfeld, Grohnde, Grundremmingen B und C sowie Isar 1 und 2, Krümmel, Neckarwestheim 1 und 2, Philippsburg 1 und 2 und Unterweser. Biblis A in Hessen steht als nächster Reaktor auf der Stilllegungsliste. Voraussichtlich 2007 soll hier kein Atomstrom mehr produziert werden. Sofern der Atomausstieg Bestand hat, dürfte Neckarwestheim 2 im Jahr 2021 als letztes deutsches Kernkraftwerk vom Netz gehen.