EEG-Umlage

Zusätzliche Stromkosten von 69 Euro pro Haushalt (Upd.)

Die Umlage der Stromkunden für erneuerbare Energien wird kommendes Jahr um 70 Prozent steigen. Wenn die Stromanbieter diese Kosten unverändert an die Verbraucher weitergäben, würde zum Jahreswechsel 2010/2011 jeder Haushalt mit einer Preiserhöhung von 7,5 Prozent rechnen müssen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Die so genannte EEG-Umlage steigt demnach von derzeit rund 2,05 Cent auf 3,5 Cent pro Kilowattstunde, wie die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Kreisen der Netzbetreiber erfuhr, die für die Veröffentlichung verantwortlich sind. Bei einem durchschnittlichen dreiköpfigen Haushalt macht dies pro Monat rund fünf Euro Mehrkosten für Strompreise aus. Am Freitag haben die Netzbetreiber die Erhöhung der Umlage offiziell bestätigt.

Verantwortlich für die bisher beispiellose Steigerung ist den Angaben zufolge vor allem der unerwartete Boom bei Solaranlagen in diesem Jahr. Ein Drei-Personen-Haushalt, der rund 3500 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht, zahlt über seine Stromrechnung inklusive Mehrwertsteuer bislang etwa sieben Euro pro Monat für die Förderung erneuerbarer Energien. Dieser Betrag könnte ab 2011 auf bis zu zwölf Euro pro Monat steigen.

Im kommenden Jahr dürfte die Subventionierung der erneuerbaren Energien damit den Angaben zufolge rund 13 Milliarden Euro betragen. In diesem Jahr waren es noch rund acht Milliarden Euro. Strom aus Sonne, Wind oder Wasser wird laut Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) seit dem Jahr 2000 staatlich gefördert, schon in den vergangenen Jahren stiegen dadurch die Strompreise leicht.

Für jede Kilowattstunde, die ins deutsche Netz gelangt, erhält der Produzent eine so genannte Einspeisevergütung. Da die Produktion von Strom aus erneuerbaren Quellen bisher teurer ist als die Gewinnung aus klassischen Quellen, soll sie durch diese Subvention wirtschaftlich gemacht werden, bis die neue Technik sich von alleine rechnet.

Der Bundesverband Solarwirtschaft wies darauf hin, dass die Preise von Solaranlagen seit dem Jahr 2006 um etwa 40 Prozent gefallen seien. Halte dieser Trend an, werde Solarstrom bei den Herstellungskosten schon bald mit "normalen Haushaltsstromtarifen" konkurrieren können. Laut Peter Reese, Leiter Energiewirtschaft beim Verbraucherportal Verivox, liege jedoch bei der Solarenergie eine Fehlsteuerung des Fördersystems vor. So sei ein Viertel der Gesamtkosten für den Ausbau der Erneuerbaren Energien für ein Sechzehntel der tatsächlichen Ökostromproduktion ausgegeben worden.