Sicherheitsbedenken

Zusätzliche Öltransporte über Ostsee lösen Besorgnis aus

Umweltminister Till Backhaus (SPD) sieht die von Russland angekündigten vermehrten Öltransporte über die Ostsee sehr kritisch. Die derzeitigen Liefermengen von Russland in Höhe von 80 Millionen Tonnen seien schon Risiko genug für das hoch sensible Binnenmeer, sagte er am Donnerstag in Schwerin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Jede weitere Steigerung des Schiffsverkehrs möglicherweise mit alten Einhüllentankern sei ein nicht hinnehmbares Risiko. Backhaus geht in diesem Zusammenhang die von der Internationalen Schifffahrts-Organisation (IMO) ausgesprochene Lotsenannahmeempfehlung für die viel befahrene Kadetrinne nicht weit genug. Er hält eine Pflicht, Lotsen an Bord zu nehmen, für unerlässlich. Außerdem müsse der Bau und die Entwicklung von sicheren Tankern, die auch nach schwersten Kollisionen nur geringe Mengen an Öl freisetzten, vorangetrieben werden, fügte er hinzu. Dies sei durch viel kleinere Einzeltanks in den Schiffen ohne großen Aufwand möglich.

Die Wasserschutzpolizei will auf zusätzliche Öltransporte nach Rostock mit entsprechenden Schiffskontrollen reagieren und so die vom erhöhten Schiffsverkehr ausgehenden Gefahren minimieren. Schiffen mit mangelnder oder defekter Sicherheitsausrüstung, ungültigen Zeugnissen, technischen Mängeln oder nicht ausreichender Besatzung werde die Weiterfahrt untersagt, sagte der Direktor der Wasserschutzpolizei, Wolfgang Ewerdt.