"Ehrlicher rechnen"

Zusätzliche Kosten für Privathaushalte durch Umweltschutz

Die angepeilte Reduktion der Treibhausgase wird für die privaten Haushalte mit zusätzlichen Kosten verbunden sein, so ein Energie-Experte. Etwa 25 Euro pro Monat müssten mehr aufgewendet werden. Allerdings ermöglichten sinkende Energiekosten wiederum kurzfristige Einsparungen.

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Frankfurt/Main (ddp/sm) - Die von der Bundesregierung angepeilte Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen wird dem Verbraucher nach Expertenmeinung zusätzliche Kosten aufbürden. Wenn die Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gesenkt werden sollten, werde dies die Privathaushalte um durchschnittlich 25 Euro im Monat belasten, sagte der Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, der "Frankfurter Rundschau" (Donnerstagausgabe).

Diesen langfristigen Investitionen, vor allem für den Ausbau erneuerbarer Energien, stünden aber auch kurzfristige Maßnahmen gegenüber, die schnell Nutzen und sogar Ersparnisse bringen, sagte er und nannte den Strom- und Kraftstoffverbrauch.

Troge kritisierte, in der deutschen Energiepolitik komme das "Verursacherprinzip bisher unvollkommen" zum Tragen. Bei der Anlastung tatsächlicher Umweltkosten gebe es noch "erhebliche Spielräume".

Konkret verwies der Umweltexperte auf Braunkohlekraftwerke sowie auf das Autofahren: "Wenn Sie ein Auto 100 000 Kilometer fahren, wären Investitionskosten von bis zu 3000 Euro pro Fahrzeug, um Umwelt- oder Gesundheitsschäden zu vermeiden, sicherlich angemessen." Troge rief dazu auf, "ehrlicher zu werden, was die von uns verursachten Kosten des Wirtschaftens bei uns und weltweit angeht".