Strom-News
EnergiewendeDer Ökostrom-Anbieters Lichtblick will 100.000 Hausbesitzern Mini-Kraftwerke in den Keller stellen, die miteinander vernetzt werden und immer dann Strom ins Netz einspeisen, wenn es sich lohnt. Von dem Konzept würden alle Beteiligten profitieren: Die Hausbesitzer, der Stromanbieter, die Umwelt. Verlierer wären die Energie-Riesen.
Salzgitter (afp/red) - Das unsichtbare Großkraftwerk der 100.000 kleinen Davids könnte soviel Strom wie zwei Atommeiler produzieren und würde den großen Konzernen Konkurrenz machen. Auch Energie-Experten sehen Potenzial.
Von Außen sieht das knapp mannshohe Zuhause-Kraftwerk zwar aus wie eine überdimensionierte Waschmaschine. Doch die mit Gas betriebene "EcoBlue" besticht durch innere Werte. Ein moderner Motor des Autobauers Volkswagen, der mit Lichtblick bei dem Projekt zusammenarbeitet, treibt die Energieeffizienz der Anlagen auf 92 Prozent. Und dieser Wert, der zwei bis dreimal über dem von Kohle- oder Atomkraftwerken liegt, macht die Gewinnrechnung erst möglich.
Ein Hausbesitzer bekommt demnach die "EcoBlue" für eine einmalige Leihgebühr von 5000 Euro in den Keller gestellt. Der Kunde spart sich die Anschaffungskosten für eine vergleichbare Heizung, die zwei- bis dreimal höher sind. Außerdem hat er keine Einbau-, Wartungs- und Reparaturkosten. Der Kunde bezahlt neben dem Grundpreis von 20 Euro ausschließlich die von ihm verbrauchte Wärme auf Grundlage des vom Statistischen Bundesamt ermittelten Gaspreisindex. Zudem erhält der Verbraucher 5 Euro Monatsmiete für den Heizungsraum und 0,5 Cent Bonus für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Strom.
Lichtblick wiederum speist mit der Anlage immer dann Strom ins öffentliche Netz, wenn der Bedarf und der Preis dafür hoch ist. Dazu vernetzt es jeweils tausende Anlagen per Funk oder Internet zu einem unsichtbaren Großkraftwerk: "Man muss sich die Zuhause-Kraftwerke wie einen Fischschwarm vorstellen: Viele kleine Einheiten bilden eine große, leistungsfähige Gemeinschaft, die Schwarm-Strom erzeugt", sagt Lichtblick-Chef Christian Friege.
Das Konzept stützt überdies den Ausbau der erneuerbaren Energien. Kohlekraftwerke oder Atommeiler können nicht schnell genug an- oder abgeschaltet werden, um die wetterbedingt schwankende Stromeinspeisung aus Windrädern oder Photovoltaik auszugleichen. Der "Schwarm-Strom" kann das in Minutenschnelle. Damit mache er "den Weg frei für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die flexible und klimafreundliche Stromerzeugung der Zukunft", sagt Lichtblick-Chef Friege.
Dass die Umwelt gleich mehrfach von solch einer Kraft-Wärme-Kopplung profitiert, sagt auch Claudia Kemfert, Engerie-Expertin des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DWI). Die Anlagen "sind viel umweltfreundlicher als Kohlekraftwerke, da deutlich weniger CO2 produziert wird", sagt sie. "Durch die gleichzeitige Nutzung von Strom und Wärme sind sie auch effizienter als Atomkraftwerke, deren Wärme man nicht nutzen kann."
Setzt sich die Idee von Lichtblick durch und werden ab 2010 tatsächlich 100.000 Kellerkraftwerke installiert, gefährdet das die Energie-Riesen zwar noch nicht in ihrer Substanz, sagt Kemfert. Es werde aber "mehr Wettbewerb und damit Schwung in den Markt bringen". Dies sei zum Nutzen aller Verbraucher.
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Der Ökostromanbieter Lichtblick und VW planen den Bau von Mini-Kraftwerken als Alternative zur Atomkraft. Die kleinen Blockheizkraftwerke könnten im Keller von Wohnhäusern installiert werden, um Wärme und Warmwasser bereitzustellen. So könnten mindestens zwei Atommeiler in Deutschland ersetzt werden.
Kunden der EnviaM, die dem Wechsel in den Tarif ProKlima 2011 nicht ausdrücklich zugestimmt haben, werden künftig nach dem Grundversorgungstarif beliefert und können so jederzeit ihren Anbieter wechseln. Der Energieversorger LichtBlick hatte gegen die EnviaM wegen ihrer umstrittenen Tarifumstellung geklagt.
Der Stromanbieter EnviaM darf Kunden nicht ohne deren ausdrückliches Einverständnis auf den Stromtarif "ProKlima Strom 2011" mit Vertragsbindung bis Ende 2011 umstellen. Das Landgericht Leipzig hat dies per einstweiliger Verfügung untersagt, damit haben Kunden weiterhin jederzeit die Möglichkeit, ihren Stromanbieter zu wechseln.
Zum 1. August hin wird der Verbrauchspreis von LichtBlicks Erdgas-Biogas-Produkt um 14,7 Prozent verringert. Als Grund für diese Preissenkung nennt LichtBlick die niedrigen Bezugspreise für Erdgas. Der Preis für den LichtBlick-Ökostrom bleibt entgegen dem Markttrend unverändert.
Ab dem 1. Juni kann der Energieversorger LichtBlick auch thüringische Verbraucher zwischen Eisenach und Gera mit seinem umweltfreundlichen Erdgas-Biogas-Produkt versorgen. Vorausgegangen war ein Rechtsstreit mit dem regionalen Gasnetzbetreiber Ohra Hörselgas (OHG). Strompreise vergleichen
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