In Hamburg

Zu hoher Strompreis: Industrieverband appelliert an Schweden

Der Industrieverband Hamburg (IVH) hat sich mit einem eindringlichen Appell an die schwedische Regierung gewandt. Sie soll der Höchstpreispolitik des staatseigenen Vattenfall Konzerns ein Ende setzen. "Es kann Schweden nicht daran gelegen sein, dass Hamburg und Ostdeutschland industriell weiter ausbluten."

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg (red) - "Wenn der Vattenfall Konzern jetzt nur geringe Preiszugeständnisse bei der Stromlieferung machen würde, könnten die Beschäftigten der Hamburger Aluminiumwerke ihre Arbeitsplätze behalten", sagte der Vorsitzende des Industrieverbands Werner Marnette. Der schwedische Konzern trage große Verantwortung für die Industrie in Hamburg und Ostdeutschland, da er nicht nur Eigentümer der dort ansässigen Kraftwerke sondern auch der Übertragungsnetze sei.

"Wir wissen, dass erhebliche Preisspielräume bei der Stromlieferung vorhanden sind. Die könnte Vattenfall nutzen", ergänzte denn auch Nikolaus Broschek, Sonderbeauftragter des IVH für Energiefragen, und erinnerte daran, dass der schwedische Staatskonzern bei langfristigen Lieferverträgen mit einheimischen Unternehmen der Papierindustrie durchaus zu deutlichen Preiszugeständnissen bereit sei. "Es steht zu befürchten, dass bei einer Fortsetzung der Höchstpreispolitik durch Vattenfall weitere Energie intensive Betriebe den Standort Hamburg verlassen müssen", warnte Broschek.