Lasten

Zu hohe Belastung: IfED fordert Halbierung der Mehrwertsteuer

Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, wie sie u.a. die Union im Falle eines Wahlsieges plant, lassen die jährliche Stromrechnung eines Haushaltes um weitere elf Euro steigen. Daher fordern die Experten des Heidelberger IfED Institut für Energiedienstleistungen eine Halbierung der Mehrwertsteuer auf Energie.

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Heidelberg (red) - Berechnungen des Heidelberger IfED Institut für Energiedienstleistungen zufolge, sind die Strompreise im vergangenen Jahr auf breiter Front um gut vier Prozent gestiegen. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 18 Prozent, wie sie u.a. die Union plant, würde die jährliche Stromrechnung eines Haushaltes um weitere elf Euro erhöhen.

Von jedem Euro der Stromrechnung gehen schon heute fast 40 Cent an den Staat, erläutern die Heidelberger Experten. "Schon heute zahlen deutsche Haushalte etwa doppelt soviel für Strom wie beispielsweise in Großbritannien", erläuterte Rüdiger Winkler, Leiter des IfED Instituts. "Stromsteuer, Konzessionsabgabe, KWK-Abgabe, Mehrkosten aus dem erneuerbare Energiengesetz sind Lasten, die man in anderen Ländern in dieser Größenordnung kaum kennt." Hinzu kommt die Mehrwertsteuer, die auch auf die staatlichen Abgaben erhoben wird. "Der Staat kassiert doppelt", kritisierte der IfED-Chef die Steuerpläne. "Richtig wäre es, wie bei Lebensmitteln, auch bei Energie nur den halben Mehrwertsteuersatz anzusetzen und Abgaben freizustellen."

Auch die Weitergabe der gestiegenen Erzeugerpreise an die Kunden moniert das Heidelberger Institut. Seit dem Jahr 2000 seien die Haushaltstrompreise in Deutschland um fast 34 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum könne man in fast allen europäischen Staaten einen gegenläufigen Trend erkennen. Laut EUROSTAT beträgt der durchschnittliche Strompreis eines Drei-Personen-Haushalts 14,16 Cent pro Kilowattstunde, während er in Deutschland bei knapp 18,7 Cent je Kilowattstunde liege.