Preise dauerhaft hoch

ZEW: Hohe Energiepreise treffen Verbraucher mehr als Unternehmen

Die Verteuerung von Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Strom als Folge des drastischen Ölpreisanstiegs trifft die Verbraucher deutlich stärker als die Unternehmen. Das hänge damit zusammen, dass die Energieintensität der deutschen Wirtschaft in den vergangenen Jahren abgenommen habe

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Ludwigshafen (ddp/sm) - Deutschland habe sich von einer Industrie- zur Dienstleistungsökonomie entwickelt habe, sagte ZEW-Konjunkturexperte Friedrich Heinemann der Ludwigshafener "Rheinpfalz". Inzwischen arbeiteten rund 70 Prozent der Arbeitnehmer im Dienstleistungsbereich. Banken, Versicherungen und Software-Anbieter verbrauchten in ihrem Wertschöpfungsprozess deutlich weniger Energie als etwa Stahl- oder Aluminiumproduzenten. Viele energieintensive Branchen seien zudem ganz aus Deutschland verschwunden. Zum anderen hätten viele Unternehmen schon alleine aus Wettbewerbsgründen früh damit begonnen, Energie effizienter einzusetzen.

Trotz der gegenwärtigen Achterbahnfahrt des Ölpreises geht das ZEW derzeit davon aus, dass der Preis auf Dauer hoch bleiben und die Marke von 100 Dollar je Barrel (159 Liter) überschreiten wird. Vor einer Woche war der Preis für US-Leichtöl auf das Rekordhoch von 98,62 Dollar gestiegen, danach bis auf knapp 90 Dollar gesunken. Am Mittwoch lag der Preis wieder über 91 Dollar.