Zeus Strom AG: Insolvenzantrag gestellt

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In einer Pressemitteilung erklärt der Vorstand der Hamburger Zeus-Strom AG, Cersten Klatt-Lauterbach, die Gründe dafür, dass er gestern Insolvenzantrag für sein Unternehmen gestellt hat. Wir veröffentlichen die Pressemitteilung in unserer O-Ton-Reihe in der Originalversion.


Die Zeus Strom AG wird am Montag, 3. Juli 2000 Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit stellen. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass Gläubiger mit ihren Forderungen ausfallen werden. Die Zeus Strom AG hat ihrerseits noch eine Vielzahl von Forderungen gegen ihre Kunden, deren Begleichung noch offen steht. Auch die Übertragung des Privatkundengeschäfts auf best energy wird für einen weiteren Deckungsbeitrag sorgen.


Gründe für die Insolvenz der Zeus Strom AG sind:


Der unerwartet große Andrang von Kunden, insbesondere im Privatkundenbereich, der mit den vorhandenen organisatorischen Mitteln nicht befriedigend abgearbeitet werden konnte.


Das Arbeiten mit Einzugsermächtigungen. Hier liegt nach Auffassung der Zeus Strom AG ein Verschulden der früheren Hausbank, der Commerzbank AG in Hamburg vor. Da Einzugsermächtigungen bis zu 6 Wochen widerrufen werden können, hat die Commerzbank Verfügungen über die Konten erst nach 7 bis 8 Wochen in vollem Umfang gestattet. Die richtige Beratung hätte Abbuchungsaufträge vorsehen müssen, da hier bereits nach etwa einer Woche über das Geld voll verfügt werden kann. Könnte die Zeus Strom AG darüber verfügen, wäre ein Insolvenzantrag zum jetzigen Zeitpunkt nicht notwendig.


Die mangelnde Kooperationsbereitschaft einiger örtlicher Stromversorger und Stadtwerke, die trotz klarer vertraglicher Regelungen mit der Zeus Strom AG ihren Kunden gegenüber behauptet haben, mit der Zeus Strom AG gäbe es keinerlei Vertrag, so dass insbesondere die Kunden der Zeus Strom AG die eingezogenen Beiträge zurückbuchen ließen, die Zeus Strom AG hingegen den Strom bzw. die Durchleitung usw. jedoch bezahlen musste. Hinzu kam die Aufforderung der eigenen Vertriebspartner an die Kunden der Zeus Strom AG, die Gelder zurückzufordern, obwohl die Verträge mit den jeweiligen Energielieferanten den Vertrieben vorgelegen haben.


Die gescheiterte Suche nach Investoren. Bereits seit längerem hat sich die Zeus Strom AG um weitere Investoren bemüht. Hierbei ist viel Zeit durch Verhandlungen mit einem Wettbewerber, der Deutschen Strom AG in Hamburg verloren gegangen. Über Wochen hinweg hat die Deutsche Strom AG ihr Interesse hinsichtlich einer Investition in die Zeus Strom AG bekundet und dabei auch vertrauliche Daten erhalten. Ein seriöses Angebot wurde von der Deutschen Strom AG jedoch nicht vorgelegt. Stattdessen hat man über einige der Vertriebe, wie z.B. dem FHE oder der 1A Energieversorgung versucht, Kunden von Zeus abzuwerben. Ein entsprechendes Schreiben wird in der Anlage übergeben. Die verbleibende Zeit für die Suche nach weiteren Investoren hat dann nicht ausgereicht.


Die Zeus Strom AG hofft nun auf einen wirtschaftlich orientierten, vom Gericht eingesetzten Verwalter, der die Insolvenz im Interesse der Stromkunden und Gläubiger abwickelt. Der Vorstand der Zeus Strom AG, wird hierbei den Verwalter in der von ihm gewünschten Weise beraten und unterstützen.