Zeus Strom AG in Sachen Bewag: "Wir lassen uns nicht erpressen"

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com
Hinsichtlich der Auseinandersetzung zwischen der Berliner Bewag und dem Hamburger Newcomer Zeus Strom AG (das strom magazin berichtete) hat heute Cersten Klatt-Lauterbach, Vorstand der Zeus Strom AG, Stellung zur Vorgehensweise des Berliner Regionalversorgers genommen. Die von der Bewag verlangte Bürgschaft über 500.000 Mark, so Klatt-Lauterbach, stehe "in keinem Verhältnis zu den tatsächlich zu erwartenden Kosten" - 1600 Kunden verursachten Kosten von maximal 80.000 Mark pro Monat. "Diese Vorgehensweise", so Klatt-Lauterbach, "führt zur Diskriminierung der neuen Stromanbieter, da eine Lieferung unmöglich gemacht werden soll".



Seit November des vergangenen Jahres versuche die Zeus Strom AG Strom ins Gebiet der Bewag durchzuleiten. Wegen "einer nicht nachvollziehbaren Ost-West-Grenze" könne jedoch eine Durchleitung in den Westteil der Stadt nicht stattfinden, so dass zurzeit der Strom zum Tarifpreis der Bewag beigestellt werden muss. Andererseits sei eine Durchleitung in den Ostteil der Stadt technisch möglich, seitens der Bewag aber, so Klatt-Lauterbach, lege man keinen Vertrag vor.



Die Durchleitung des Stroms neuer Anbieter - und also auch der Zeus Strom AG - werde "massiv behindert". Angesichts der 1600 Zeus-Kunden im originären Versorgungsgebiet der Bewag sei die von der Bewag verlangte Bürgschaft unverhältnismäßig, so Klatt-Lauterbach. Er sieht in der Argumentation der Bewag eine "Strategie", wonach das Hamburger Unternehmen als nicht lieferfähig hingestellt werde und die Kunden zu einem neuen Jahresvertrag "genötigt" würden.



Die Zeus Strom AG habe alle Kunden auf dem Gebiet der Bewag angeschrieben und ihnen versichert, dass sie Zeus-Kunde sind und auch bleiben werden. "Die Zeus Strom AG wird alle Möglichkeiten ausschöpfen, sich nicht erpressen zu lassen", betonte Klatt-Lauterbach.



Grundsätzlich, so der Zeus-Vorstand, habe der Gesetzgeber bei der Liberalisierung "dieses einseitige und zudem marktunübliche Bürgschaftsverlangen" nicht vorgesehen", so dass beim Bundeswirtschaftsministerium sowie bei den Kartellämtern in Bonn und Brüssel ein Rechtsprüfungsverfahren eingeleitet werde. "Bei über 600 Stadtwerken und Energieversorgungsunternehmen werden solche Bürgschaften nicht abverlangt, dort werden monatliche Rechnungen gestellt und von Zeus bezahlt", so Klatt-Lauterbach abschließend.