Emissionshandel

Zertifikatezuteilung: Kraftwerksprojekte in Deutschland gefährdet?

Ausländische Stromkonzerne drohen angeblich damit, ihre Kraftwerkprojekte in Deutschland stillzulegen, falls sie vom Bundesumweltministerium nicht ausreichend mit Emissionszertifikaten für Kohlendioxid ausgestattet werden. Das berichtet die in Berlin erscheinende Tageszeitung "Die Welt" heute.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Nur wenige Tage nach dem Energiegipfel im Bundeskanzleramt und der Ankündigung eines Vertragsverletzungsverfahren der EU-Kommission drohe dem Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt damit ein herber Rückschlag. Nach Informationen des Blattes geht es um einen drohenden Baustop bei bis zu zehn hocheffizienten Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerken (GuD).

"Ausgerechnet die umweltfreundlichste Kraftwerkstechnologie läuft Gefahr, bei der Zuteilung von Kohlendioxid-Zertifikaten unter die Räder zu kommen", sagte Helge Beil, Geschäftsführer von Statkraft Markets GmbH. Die Tochterfirma des größten norwegischen Energiekonzerns plant in Deutschland den Bau zweier GuD-Kraftwerke. Weil das Umweltministerium die Anlagen jedoch offenbar schlechter mit Verschmutzungsrechten ausstatten will als konkurrierende Kohlekraftwerke, seien die Projekte akut gefährdet, sagte Beil. "Wenn die Ministerien bei diesen Zuteilungsplänen bleiben, ist der deutsche Markt für uns tot."

Das Umweltministerium wollte den Sachverhalt nicht bestätigen. Bevor der so genannte Nationale Allokationsplan (NAP 2) öffentlich vorgestellt wird, werde "von interessierten Kreisen das eine oder andere unterstellt", hieß es. Gemeinsam mit dem Bundeswirtschaftsministerium arbeite das Umweltressort an einer fairen Lösung für alle Beteiligten.