Einigung

Zeitungen: Weg für RAG-Börsengang ist frei

Medienberichten zufolge steht einem Börsengang der Essener RAG nun nichts mehr im Wege. Bei einem Treffen hätten sich alle beteiligten Vertreter geeinigt, hieß es. Die Kohle-Stiftung solle schon Ende Juni gegründet werden; eine Zerschlagung des Konzerns werde es nicht geben.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Der Weg für einen Börsengang des Essener RAG-Konzerns ist offenbar frei. Bei einem Treffen im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin sprachen sich nach Informationen des "Handelsblatts" (Donnerstagausgabe) Vertreter des Bundes, der Kohleländer Nordrhein-Westfalen und Saarland, der RAG und der Gewerkschaft IG BCE am Mittwoch einstimmig dafür aus, in die Satzung der geplanten Kohlestiftung als Stiftungszweck den Börsengang aufzunehmen. Eine Filetierung des Konzerns sei damit vom Tisch.

Die "Rheinische Post" (Donnerstagausgabe) berichtete vorab, dass die Stiftung schon Ende Juni gegründet werden und die für ihre Zwecke erforderlichen Mitarbeiter erhalten solle. An die Stiftung würden dann zu insgesamt vier Euro die RAG-Anteile der vier bisherigen Eigentümer E.ON, RWE, ThyssenKrupp und ArcelorMittal übertragen. Weiterhin werde die Stiftung gemeinsam mit den Ländern Nordrhein-Westfalen und Saarland einen Erblastenvertrag über die Altlasten des im Jahr 2018 auslaufenden Steinkohlebergbaus abschließen.

Zugleich solle ein Kohle-Gipfel unter Federführung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der kommenden Woche die noch umstrittenen Personalfragen lösen. Dann solle entschieden werden, wer die Stiftung führt und welche zusätzlichen Personen ins Kuratorium der Stiftung einzögen. Zuletzt hatten sich die SPD und der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) um den Stiftungsvorsitz gestritten. Die Sozialdemokraten und die Gewerkschaft IG BCE favorisieren den Angaben zufolge den bisherigen RAG-Chef Werner Müller, Rüttgers will ihn verhindern.