Neues Sicherheitsmanagement

Zeitung: Windkraft überfordert Stromnetz in Sachsen-Anhalt

enviaM befürchtet einen Zusammenbruch des Stromnetzes in Sachsen-Anhalt in so genannten Starkwind-Phasen. Da der Neubau von Leitungen aufgrund langwieriger Genehmigungsverfahren noch auf sich warten lässt, soll im Juli zur Überbrückung ein neues Netzsicherheitsmanagement eingeführt werden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Halle (red) - Der ungebremste Bau von Windkraftanlagen in Sachsen-Anhalt gefährdet die Sicherheit der Stromnetze des Energieversorgers enviaM. Nachdem sich im vergangenen Jahr der Anteil des Stromes aus solchen Anlagen in der Region um gut die Hälfte auf nunmehr 30 Prozent des Gesamtaufkommens erhöht hat, sei die Kapazität der vorhandenen Hochspannungsleitungen ausgereizt. Das berichtet die in Halle erscheinende Mitteldeutsche Zeitung (Montag-Ausgabe).

Weil dennoch weitere Windtürme installiert werden, drohe das Netz in so genannten Starkwind-Phasen zusammenzubrechen, heißt es weiter. Um die zusätzlichen Strommengen aufzunehmen sollen neue Leitungen gebaut werden. Da dies jedoch wegen langwieriger Genehmigungsverfahren zwischen fünf und zehn Jahren dauern wird, werde im Juli zur Überbrückung ein neues Netzsicherheitsmanagement eingeführt. Damit würden die Betreiber von Windkraft- oder auch Solaranlagen bei zu hohem Stromaufkommen per Funksignal aufgefordert, ihre Einspeisung zu reduzieren. Geschehe dies nicht, kommt es laut enviaM im Netz zur Überhitzung der Leitungen, die einen Totalausfall der Stromversorgung zur Folge haben können.