Nicht entscheidungsreif

Zeitung: Vorbehalte gegen RAG-Börsengang wachsen

Waren die Pläne des ehemaligen Wirtschaftsministers und jetzigen Vorstandschefs des RAG-Konzerns Werner Müller, sein Unternehmen an die Börse zu bringen und damit auf einen Schlag alle finanziellen Probleme zu lösen, zunächst auf politisches Wohlwollen gestoßen, werden die Vorbehalte jetzt immer größer.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - In der großen Koalition in Berlin wächst einem Zeitungsbericht zufolge die Skepsis gegenüber den Börsenplänen des Mischkonzerns RAG. "Nach unserer Einschätzung liegen die Altlasten deutlich über den Einnahmen, die durch einen Börsengang realisiert werden können", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Laurenz Meyer (CDU), dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe).

Die Politik müsse "genau und unvoreingenommen prüfen, welche Alternativen es gibt". Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Wend, betonte, die Frage des Börsengangs sei "derzeit nicht entscheidungsreif".

Unter Berufung auf Regierungskreise berichtet die Zeitung, dass sich heute Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU), RAG-Chef Werner Müller, der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU), Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) in Berlin träfen, um das weitere Vorgehen abzustimmen.

Müller plane, den so genannten weißen Bereich der ehemaligen Ruhrkohle AG (Chemie, Immobilien, Kraftwerke) als Ganzes an die Börse zu bringen. Der Erlös solle in eine Stiftung eingebracht werden. Aus den Erträgen der Stiftung sollten die Altlasten des Bergbaus, unter anderem Bergschäden und Pensionen, finanziert werden. Der Bund und das Land Nordrhein-Westfalen sorgen sich den weiteren Angaben zufolge, dass der Konzern unter Wert verkauft werden könnte und die Einnahmen nicht ausreichten, um die Altlasten zu tragen.