4,2 Millionen Euro

Zeitung: Unmut über Millionengehalt von EnBW-Chef Claassen

Einem Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" von heute zufolge, gibt es innerhalb der EnBW-Führungsetage Uneinigkeit in Bezug auf das Gehalt des Vorstandsvorsitzenden Utz Claassen. Gegen den Willen des des französischen Großaktionärs habe der Aufsichtsrat für 2004 eine Rekordsumme bewilligt, heißt es.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Stuttgart/Karlsruhe (ddp/sm) - Das Gehalt von EnBW-Chef Utz Claassen gerät im Vorfeld der Jahreshauptversammlung des Karlsruher Energiekonzerns in die Kritik. Wie die "Stuttgarter Nachrichten" (Mittwochausgabe) berichteten, bekam Claassen gegen den Willen des französischen Großaktionärs EdF für das Geschäftsjahr 2004 die Rekordsumme von 4,2 Millionen Euro bewilligt.

Der EdF-Vertreter, der dem EnBW-Vorstandsvorsitzenden ein geringeres Salär geben wollte, sei im vierköpfigen Ausschuss des Aufsichtsrates vom Vertreter der Oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW) und von zwei Betriebsräten überstimmt worden. Beide Arbeitnehmervertreter waren bereits im Januar durch eine nicht abgestimmte Solidaritätsadresse zugunsten von Claassen in die Schlagzeilen geraten, berichtete das Blatt.

Nun sei auf Drängen der EdF der Modus für die Festsetzung von Claassens Gehalt geändert worden, berichtete die Zeitung weiter. Künftig solle der 20-köpfige Aufsichtsrat des Konzerns mehr Mitsprache erhalten.

Auch Aktionärsschützer nehmen dem Bericht zufolge Anstoß an Claassens Gehalt. Gert Eckmann von der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK) sagte dem Blatt, 4,2 Millionen Euro sei "wahnsinnig viel Geld". Ulrich Wecker von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz sprach von einem "sehr stolzen Preis" für die Sanierung der EnBW. "Ich will nicht ausschließen, dass hier eine Hand die andere wäscht", sagte Wecker mit Blick auf das Verhalten der Arbeitnehmervertreter.

Claassen selbst sagte der Zeitung, er freue sich über die Anerkennung seiner Arbeit. "Es gibt nichts, wofür ich mich schämen müsste", betonte er. Kritischen Fragen zu seinem Gehalt auf der Jahreshauptversammlung am 29. April sehe er gelassen entgegen.