Tarifrunden

Zeitung: Tarifstreit bei Energiekonzernen E.ON und RWE eskaliert

Die Tarifstreitigkeiten bei E.ON und RWE eskalieren angeblich. "Urabstimmungen über Streiks werden nicht ausgeschlossen", heiße es aus Gewerkschaftskreisen. Neben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist auch die Bergbaugewerkschaft IG BCE an den Tarifrunden beteiligt.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet, wurden bei der E.ON-Vertriebstochter E.ON Energie Gespräche über eine Verlängerung der Arbeitszeiten von 36 auf 38 Stunden ergebnislos unterbrochen. Auch die Verhandlungen über eine Lohnerhöhung von acht Prozent beim Konkurrenten RWE seien zunächst ohne Ergebnis vertagt worden. Die Unternehmen selbst wollten sich laut Zeitung nicht zum Stand der Gespräche äußern. Beim RWE sollen die Verhandlungen am Dienstag fortgesetzt werden, bei E.ON gebe es noch keinen neuen Termin.

Aus den Tarifgesprächen beim RWE ist laut Zeitung zu hören, dass das Unternehmen bislang nur eine geringe prozentuale Lohnerhöhung angeboten habe. Darüber hinaus sei lediglich eine Einmalzahlung möglich. Der zurzeit noch geltende RWE-Haustarif betreffe rund 35.000 Mitarbeiter und laufe zum 1. Januar aus.

Verhandlungsführer Michael Winkler von der IG BCE sagte der Zeitung: "Wir schließen ein Scheitern der Verhandlungen nicht aus." Eine Einmalzahlung werde "kategorisch" abgelehnt. Die Gewerkschaft verlange "die gerechte Beteiligung der Beschäftigten an den hohen Gewinnen des Unternehmens."

Auch bei E.ON werde der Streit um die Verlängerung der Arbeitszeit immer härter. Bislang seien die Arbeitnehmer nicht zu Kompromissen bereit. Angesichts des politischen Drucks, unter dem der Konzern wegen seiner hohen Gewinne steht, werde in den Gewerkschaften überlegt, die Situation weiter zu nutzen. Ende Februar laufe der hauseigene E.ON-Tarifvertrag aus. Es könnte jetzt ebenfalls eine Lohnerhöhung von acht Prozent wie bei RWE gefordert werden, heiße es.