Zechenschließungen

Zeitung: Steinkohlebergbau soll stärker schrumpfen als geplant

Der deutsche Steinkohlenbergbau soll stärker schrumpfen als bisher geplant. Die Förderung wird nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) bis zum Jahr 2012 auf zwölf Millionen Tonnen reduziert. Bisher war eine Drosselung auf 16 Millionen Tonnen geplant.

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München/Düsseldorf (ddp/sm) - Statt drei weiterer Zechen müssen als Folge vier Bergwerke dicht gemacht werden. Betroffen hiervon ist neben Walsum (Mitte 2008), Lippe (Ende 2009) und einer noch nicht benannten dritten Zeche (bis 2012) auch das letzte Bergwerk an der Saar in Ensdorf mit über 4000 Leuten.

Nach Informationen der Zeitung aus Regierungskreisen in Berlin und Saarbrücken hat sich eine Expertenrunde der Wirtschafts- und Finanzministerien des Bundes und der Kohleländer Nordrhein-Westfalen und Saarland sowie der DSK und der Bergbau-Gewerkschaft IGBCE auf die weitere Kürzung der Kohleproduktion um vier Millionen Tonnen verständigt. Das entspricht der Schließung des Bergwerks Saar.

Das Gremium kam allerdings zu dem Schluss, dass eine stärkere Reduzierung der Subventionen nicht möglich ist, wenn betriebsbedingte Kündigungen im Bergbau vermieden werden sollen. Über das Ziel, den Stellenabbau im Bergbau sozialverträglichen zu realisieren, herrscht Konsens in allen politischen Parteien. Nach Ansicht der Fachleute ist 2018 der früheste Zeitpunkt, zu dem ein kompletter Ausstieg aus dem Bergbau ohne Kündigungen möglich ist.