Neue Anschluss-Richtlinie

Zeitung: Solar-Anlagen werden für Hausbesitzer teurer

Der Anschluss von Fotovoltaik-Anlagen und kleinen KWK-Anlagen soll für Hauseigentümer laut einem Zeitungsbericht deutlich aufwendiger und teurer werden. Grund sei eine neue Richtlinie über Anschlussbedingungen, durch die Zusatzkosten in Höhe von bis zu 1500 Euro entstünden.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Dies gehe aus den "Technischen Anschlussbedingungen für den Anschluss an das Niederspannungsnetz (TAB)" vom Verband der Elektrotechnik (VDE) hervor, berichtete die "Welt am Sonntag". Nach dieser Richtlinie müssten Hauseigentümer beim Einbau einer Fotovoltaik- oder Mini-Kraft-Wärme-Kopplungsanlage künftig einen zweiten Stromzähler "am zentralen Zählerplatz" des Hauses einbauen lassen. Bislang genügte es zur Berechnung der Einspeisevergütung von dezentral erzeugtem Strom, wenn ein weiterer Stromzähler direkt im oder am Gerät angebracht war.

Bis zu 1500 Euro Mehrkosten

Das "Forum Netztechnik / Netzbetrieb im VDE" habe die Richtlinie bereits an den Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) zur Veröffentlichung weitergeleitet, berichtete die "WamS". Verbände der Industrie und erneuerbaren Energien protestierten demnach dagegen. Die neue Vorschrift habe zur Folge, dass beim Einbau der Anlagen in Zukunft zusätzliche Stromkabel durch das ganze Haus zum zentralen Zählerkasten gelegt werden müssten. Die Zusatzkosten von bis zu 1500 Euro pro Anlage würden die Investitionen in dezentrale Stromerzeugungsanlagen für viele Hausbesitzer unattraktiv machen, hieß es laut "WamS".

Verbände: Richtlinie gefährdet Klimaziele

Die Verbände werfen dem Forum Netztechnik im VDE dem Bericht zufolge vor, ausschließlich von den Interessen der großen Netzbetreiber und Energiekonzerne geleitet zu sein. Die frühzeitig geäußerten Einwände anderer Fachverbände seien vom VDE vollständig ignoriert worden. Mehrere Verbände, darunter der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) und der Bundesverband Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK), warnten laut "WamS" in einem gemeinsamen Schreiben an Bundestagsabgeordnete und andere Politiker, dass durch die neue Norm "die Ziele der Bundesregierung zum Ausbau der erneuerbaren Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung gefährdet" seien.