Hochradioaktiver Abfall

Zeitung: Schweden plant Atomlager an der Ostsee

In Schweden soll offenbar ein Atom-Endlager gebaut werden. Einer Sprecherin des Unternehmens Svensk Kärnbränslehantering (SKB) zufolge plant der Konzern den Bau einer Lagerstätte für 12.000 Tonnen hochradioaktiven Abfalls im südschwedischen Oskarshamn direkt an der Ostseeküste.

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Schwerin (ddp-nrd/sm) - Das etwa 300 Kilometer Luftlinie von Mecklenburg-Vorpommern entfernte Endlager solle den Müll von zehn schwedischen Atommeilern aufnehmen, berichtet die "Ostseezeitung". Die Fertigstellung sei bis 2018 vorgesehen. Als weiterer Standort ist dem Bericht zufolge das 150 Kilometer nördlich von Stockholm liegende Forsmark im Gespräch. Der Baubeginn sei für 2011 geplant.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU), dem die Abteilung Strahlenschutz untersteht, kündigte eine gründliche Prüfung der schwedischen Unterlagen an. Die mehrheitlich im Besitz des schwedischen Energiekonzerns befindliche SKB habe bereits eine Umweltverträglichkeitsprüfung eingeleitet, teilte er dem Blatt mit. Sein Ressort diene als «Mittler» zwischen Schweden und möglichen deutschen Kritikern.

Der Vorstandssprecher der Grünen, Jürgen Suhr, begrüßte zwar, dass das Nachbarland anstrebe, seinen selbst produzierten Atommüll im eigenen Land zu entsorgen. Südschweden dürfe aber nicht zum "Atomklo Europas" werden, sagte er dem Blatt. Ex-Umweltminister Wolfgang Methling (Linke) forderte die zuständigen deutschen Behörden auf, zu prüfen, ob künftig eine Gefahr von dem schwedischen Endlager ausgehe.