Sinneswandel

Zeitung: Poker um Arcelor-Anteile an RAG

Der luxemburgische Stahlkonzern Arcelor hat seine Anteile an der Essener RAG mit 200 Millionen Euro neu bewertet. Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge ist das Unternehmen nicht mehr bereit, die Anteile zum symbolischen Preis von einem Euro abzugeben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Wie "Der Spiegel" am Samstag vorab meldete, hat Arcelor im Zuge der Übernahmeschlacht gegen Mittal Steel sein etwa sieben Prozent umfassendes RAG-Paket neu bilanziert und mit rund 200 Millionen Euro bewertet. Deutlich unter diesem Preis sei Arcelor auf keinen Fall bereit, sich von der Beteiligung zu trennen, zitiert das Magazin Arcelor-Vorstand Michel Wurth.

Sollte Arcelor sich durchsetzen, können laut "Spiegel" die anderen Großeigentümer E.ON, RWE und ThyssenKrupp ihre Anteile an dem Energie- und Technologiekonzern kaum noch zu dem von RAG-Chef Werner Müller geforderten symbolischen Preis abgeben. Besonders die in den USA börsennotierte E.ON müsste sonst mit Schadenersatzklagen rechnen. Einen Kaufpreis von etwa 2,9 Milliarden Euro, der sich rechnerisch aus dem von Arcelor angesetzten Wert ergebe, könnte sich die RAG jedoch kaum leisten.

Bereits seit Wochen versuche Müller deshalb, Arcelor zum Einlenken zu überreden, heißt es in dem Bericht. Bislang sei Arcelor aber auf kein einziges der von Müller gemachten Angebote - etwa eine Kompensation in Form von Kohlelieferungen - eingegangen.

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