Längere Laufzeiten

Zeitung: NRW fordert neuen Atomkonsens

Die nordrhein-westfälische Landesregierung verlangt von der Bundesregierung weitere Schritte zum Klimaschutz und macht sich für längere Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke stark. Im Gegenzug sollen die Energiekonzerne einen Teil der so entstehenden zusätzlichen Gewinne für die Energieforschung investieren.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - "Wir sollten einen neuen Vertrag mit der Energiewirtschaft schließen", sagte NRW-Forschungsminister Andreas Pinkwart (FDP) der in Essen erscheinenden "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Dienstagausgabe). Pinkwart forderte, die Stromkonzerne sollten im Zuge eines neuen Atomkompromisses zusätzliche Gewinne aus längeren Laufzeiten der Kernkraftwerke in die Erforschung von Zukunftsenergien investieren. "Bei einer Verlängerung der Laufzeiten für die deutschen Kernkraftwerke sollten die Stromkonzerne ein Drittel ihrer zusätzlichen Profite in die Energieforschung stecken", sagte der Minister. Längere Laufzeiten seien "ein Beitrag zum Klimaschutz".

Auch der Handel mit Verschmutzungsrechten könne zum Schutz der Umwelt beitragen, sagte Pinkwart. "Die Bundesregierung sollte den Handel mit Emissionszertifikaten stärker für den Klimaschutz nutzen." Er regte an, sieben Prozent der Zertifikate an die Industrie zu versteigern. "Die Einnahmen könnten komplett in die Energieforschung fließen. Ich rechne mit Erlösen von rund 2,4 Milliarden Euro. Auf einen Schlag könnte der Bund seine Forschungsmittel in diesem High-Tech-Bereich also verdoppeln", sagte der FDP-Politiker. Er denke hierbei an das CO2-freie Kohlekraftwerk, die Forschung an erneuerbaren Energien sowie die Kern- und Fusionsforschung.