Erste Genehmigungsrunde

Zeitung: Netzagentur kappt Netzentgelte um 2,5 Milliarden Euro

Strom- und Gasnetzbetreiber haben in der ersten Genehmigungsrunde für die Netzkostenentgelte Einbußen hinnehmen müssen. Die Bundesnetzagentur habe die Forderungen um insgesamt rund 2,5 Milliarden Euro gekürzt, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Behördenpräsident Kurth.

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Frankfurt/Main (ddp/sm) - Unter dem Strich habe die Netzagentur die Anträge von 249 Netzbetreibern auf dem Strommarkt um durchschnittlich 13 Prozent gekappt, was in der Summe rund zwei Milliarden Euro entspreche. Sechs Anträge regionaler Unternehmen sind den Angaben zufolge noch in der Bearbeitung. Auf dem Gasmarkt belief sich die Kostenkürzung auf rund zwölf Prozent gegenüber den eingereichten Anträgen. Das entspricht einer Minderung um etwa 500 Millionen Euro, nachdem in früheren Prognosen von bis zu 800 Millionen Euro die Rede gewesen war.

"Die erste Runde war der Einstieg. Dafür, dass wir praktisch einen Kaltstart hinlegen mussten, ist das Ergebnis nicht schlecht ausgefallen", sagte Behördenpräsident Matthias Kurth der Zeitung.

Die bisherigen behördlichen Eingriffe konnten den Anstieg der Energiepreise nicht in allen Fällen stoppen, aber verlangsamen: Die Netzkosten machen immerhin etwa 22 Prozent des Gaspreises und 39 Prozent des Strompreises für Haushaltskunden aus.

In der Netzagentur hat mittlerweile die zweite Genehmigungsrunde für die Netzkostenentgelte begonnen. Die Stromnetzbetreiber mussten ihre Anträge bis Ende Juni einreichen. Mit Ausnahme von etwa zwanzig Unternehmen hielten sie diese Frist auch ein. Die geltenden Genehmigungen für die Stromnetze enden am 31. Dezember. Beim Gas läuft die Frist bis Ende März kommenden Jahres. Ob die Durchleitungsgebühren in der neuen Runde in ähnlichem Tempo weiter sinken können, ist fraglich.