Russland bestreitet Probleme

Zeitung: Moskau drosselt Ölexporte nach Deutschland

Acht Monate nach der zeitweiligen Sperrung der Drushba-Pipeline treten erneut Schwierigkeiten mit Deutschlands wichtigster Versorgungsleitung für Öl auf. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" kam es zu Lieferkürzungen aus Russland. Die Raffinerie in Schwedt würde auf andere Quellen zurückzugreifen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Die Ölkonzerne in Deutschland bestätigen dem Blatt zufolge "Lieferschwankungen", geben aber keine Auskunft über das Ausmaß. Eine Sprecherin der deutschen Tochter des Mineralölkonzerns Total sagte, im Juli seien die Öllieferungen aus Russland geringer als normal gewesen. Das Management der Raffinerie Schwedt am Ende der Drushba-Leitung und die russischen Lieferanten würden über das Problem sprechen. Die Raffinerie greife inzwischen auf andere Lieferungen wie Nordseeöl zurück, das durch eine Pipeline von Rostock kommt.

Die Raffinerie in Schwedt gehört den Mineralölkonzernen BP, Shell, Agip und Total. Sie verarbeitet den Angaben zufolge pro Jahr etwa zehn Millionen Tonnen Rohöl, das sind etwa zehn Prozent der deutschen Verarbeitungskapazität. Deutschland bezieht ein Fünftel seines gesamten Ölbedarfs aus der Drushba-Pipeline.

In Russland werden Lieferprobleme bislang bestritten. "Wir erfüllen alle unsere Verpflichtungen", beteuerte der Vize-Präsident der russischen Pipeline-Gesellschaft Transneft, Sergej Grigorjew, im Gespräch mit der SZ. "Wenn es im Verlauf der Drushba-Trasse Probleme gibt, werden sie schnell gelöst."

Zu Jahresbeginn hatten Russland und Weißrussland den Öl-Transit für mehrere Tage unterbrochen. Grund waren von beiden Seiten erhobene Zölle gewesen.