Modernisierung gefährdet

Zeitung: Kraftwerksneubauten werden immer teurer

Ein dramatischer Preisanstieg für neue Kraftwerke gefährdet laut dem "Handelsblatt" die nötige Modernisierung der deutschen Stromproduktion. Nach Untersuchungen des auf die Energiewirtschaft spezialisierten Marktforschungsunternehmens Trend-Research ist der Markt für Kraftwerke überhitzt.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Für ein Kohlekraftwerk muss ein Versorger dem Bericht zufolge inzwischen pro Kilowatt Leistung ungefähr 1500 Euro kalkulieren. Eine 800 Megawatt starke Anlage würde damit 1,2 Milliarden Euro kosten. Vor einem Jahr waren es noch 1 Milliarde Euro, vor drei Jahren sogar nur 660 Millionen Euro. Der Trend wird laut Bericht von zahlreichen Branchenvertretern bestätigt. Die ersten Projekte seien bereits abgesagt worden.

Hinter dem Preissprung stünden zwei Ursachen: Zum einen trifft eine hohe Nachfrage auf begrenzte Kapazitäten bei den Anlagenbauern. Zum anderen sind die Preise für Rohstoffe, wie Stahl, Zink oder Nickel sprunghaft gestiegen. Sollten die Versorger auf breiter Front Projekte absagen, könnte das negative Folgen für den Wettbewerb und letztlich auch die Verbraucherpreise haben. Branchenexperten hatten gerade auf den Bau von Kraftwerken durch kleinere Versorger große Hoffnungen gesetzt.