Stadtwerke-Übernahme

Zeitung: Konflikt zwischen EnBW und RWE um Kommunalversorger

Die zu EnBW gehörenden Stadtwerke Düsseldorf haben einem Zeitungbericht zufolge der Stadt Neuss ein Angebot unterbreitet, um sich an der Stadtwerke Neuss Energie und Wasser GmbH (SWN) zu beteiligen und damit eine Fusion mit Krefeld und RWE zu verhindern.

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Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Die Stadtwerke Düsseldorf torpedieren laut einem Zeitungsbericht die von RWE geplante Beteiligung an der Fusion der Kommunalversorger von Krefeld und Neuss, berichtete das in Düsseldorf erscheinende "Handelsblatt" (Donnerstagausgabe) vorab. Demnach wollen die Stadtwerke Düsseldorf an den SWN 34,9 Prozent erwerben. Obwohl weitere 15 Prozent im Besitz der E.ON-Tochter Thüga sind, könnte die Stadt laut "Handelsblatt" so die Mehrheit behalten.

Zudem wolle Düsseldorf 49,9 Prozent an der Entsorgungsgesellschaft AWL übernehmen. Das Unternehmen biete außer 50 Millionen Euro in bar eine umfangreiche strategische Partnerschaft der beiden Nachbarn, beispielsweise bei Einkauf, Datenverarbeitung, dem Netzbetrieb oder erneuerbaren Energien.

Für RWE sei die Attacke der EnBW-Tochter "äußerst unangenehm", berichtete die Zeitung. Mit der Beteiligung am fusionierten Unternehmen von Krefeld und Neuss sollte zum ersten Mal seit Jahren wieder eine substanzielle Beteiligung auf dem deutschen Energiemarkt gelingen. Für Branchenbeobachter unerwartet hätte der Energieriese vor wenigen Tagen grünes Licht vom Bundeskartellamt erhalten. Im Gegenzug müsse sich RWE zwar aus den Stadtwerken Wuppertal zurückziehen. Der Schritt sei aber ohnehin geplant gewesen.