Klima- und Energieprogramm

Zeitung: Klimaschutzpläne könnten 50 Milliarden Euro kosten

Das geplante Klimaschutzgesetz der großen Koalition könnte für Hausbesitzer, Mieter und Wohnungseigentümer teuer werden. So würden rund 1,4 Millionen Wohnungen eine neue Heizung einbauen müssen, bei etwa 2,4 Millionen Haushalten wäre nach dem geplanten Gesetz der Austausch der Fenster nötig.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (ddp/sm) - Die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtete vorab unter Berufung auf vertrauliche Berechnungen von Fachleuten der Bundesregierung, private Haushalte und Vermieter müssten in Folge des "integrierten Klima- und Energieprogramms" mit Kosten von mehr als 50 Milliarden Euro rechnen. So würde der Ersatz von elektrischen Heizsystemen jeden betroffenen Haushalt rund 20 000 Euro kosten.

Bei 1,4 Millionen mit Strom beheizten Wohnungen rechne die Bundesregierung für den Einbau einer Gasheizung mit Gesamtkosten von etwa 28 Milliarden Euro, schrieb das Blatt. "Intelligente Messzähler" für den Stromverbrauch schlügen pro Haushalt mit mindestens 100 Euro Kosten zu Buche. Bei 40 Millionen betroffenen Privathaushalten betrügen die Gesamtkosten rund vier Milliarden Euro.

Nachrüstungsverpflichtungen für die Wärmedämmung von Rohren in Ein- und Zweifamilien-Häusern kosteten pro Haushalt mindestens 2000 Euro, schrieb die Zeitung weiter. Betroffen wäre etwa ein Fünftel der 14 Millionen privat genutzter Häuser dieser Art in Deutschland. Die geschätzten Gesamtkosten betrügen dann mindestens 5,5 Milliarden Euro. Nachrüstungsverpflichtung von Mietwohnungen ergäben pro Haushalt auf rund 5000 Euro Kosten.

Bei etwa 2,4 Millionen der insgesamt 24 Millionen vermieteten Wohnungen müssten Ein-Scheiben-Fenster, die mehr als 30 Jahre alt sind, vom Vermieter ausgetauscht werden, schrieb die Zeitung. Das gleiche gelte für mehr als 20 Jahre alte Heizkessel ohne moderne Brennwert-Technologie. Die Gesamtkosten hierfür lägen bei rund zwölf Milliarden Euro. Sollte auch die anteilige Nutzung erneuerbarer Energien Pflicht werden, wie von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gefordert, würden Hausbesitzer in Deutschland noch einmal rund zehn Milliarden Euro Investitionen aufbringen müssen.

Der Präsident des Eigentümerverbandes Haus & Grund, Rolf Kornemann, sagte der Zeitung, die Regierungspläne seien "Klimaschutz nach der Holzhammer-Methode". Viele Wohnungs- und Hauseigentümer könnten die geplanten Maßnahmen nicht bezahlen. "Die Regierung muss beachten, dass solche Investitionen auch wieder erwirtschaftet werden müssen", mahnte er.

Höhere Kosten dürften dem Blatt zufolge auf Millionen Mieter zukommen, weil die Vermieter elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen dürfen. Der Präsident des Deutschen Mieterbundes, Franz-Georg Rips, sagte, damit sich die Belastungen für die Mieter in Grenzen halten, müsse die Bundesregierung ihre Förderprogramme zur Gebäudesanierung und zum Einsatz erneuerbarer Energien gewaltig aufstocken.