Klimafreundliche Technologie

Zeitung: Klimaforscher hält Braunkohle noch für unverzichtbar

Braunkohle ist aus Sicht des Potsdamer Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber derzeit als Energieträger für Brandenburg noch unverzichtbar. Jedoch sollte seiner Meinung nach ein "Plan B" ausgearbeitet werden für den Fall, dass die CO2-Abscheidung und -Speicherung nicht funktioniert.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Potsdam (ddp-lbg/sm) - "Wichtig ist, dass heute in Brandenburg eine Technologie entwickelt wird, die Kohleverstromung klimafreundlicher zu gestalten, die in 20, 30 Jahren auch in China eingesetzt werden kann. Diese Chance sollte man auch nicht leichtfertig aus der Hand geben", sagte der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung der "Berliner Zeitung" (Wochenendausgabe).

Allerdings müsse innerhalb der nächsten zehn Jahre verlässlich abzuschätzen sein, ob das Verfahren der Abscheidung und Speicherung von CO2 in geologischen Formationen wirklich funktioniert. "Sollte sich herausstellen, dass diese technische Option nicht greift, muss das Land seine Pläne zur Kohleverstromung wieder aufgeben", sagte Schellnhuber.

Der Wissenschaftler unterstützte den Ausbau der Braunkohleförderung in der Lausitz in der jetzt vorgestellten "behutsameren Variante". Zugleich mahnte er an, einen "Plan B" für einen möglicherweise notwendigen Ausstieg aus der Kohle innerhalb der nächsten zwei Jahre zu erarbeiten und zugleich stärker in die Entwicklung erneuerbarer Energien einzusteigen. Der Klimaforscher fügte hinzu: "Sich bedingungslos an die Braunkohle zu ketten, ist keine zukunftsweisende Strategie."