Vorkehrungen

Zeitung: Kältewelle lässt Gas knapp werden

Angesichts des ungewöhnlich langen und kalten Winters wird bei Deutschlands führendem Gaslieferanten, der Essener Ruhrgas AG, angeblich das Gas knapp. Private Haushalte, Stadtwerke und alle anderen Kunden, mit langfristigen Lieferverträgen, sind allerdings nicht betroffen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Nach Informationen der "Berliner Zeitung" (Donnerstagausgabe) trifft das zum Düsseldorfer E.ON-Konzern zählende Energieunternehmen in diesen Tagen Vorkehrungen für einen vorübergehenden Lieferstopp bei jenen Kunden, gegenüber denen keine vertragliche Versorgungspflicht bestehe. Ganz überwiegend handele es sich dabei um Betreiber von Gas-Kraftwerken und anderen Anlagen, die problemlos auf Erdöl ausweichen können.

Der Zeitung zufolge sind auch E.ON-eigene Kraftwerke davon betroffen. Vorsorglich solle der Energieriese bereits begonnen haben, seine Vorräte an leichtem Heizöl aufzustocken, um die eigenen Gas-Kraftwerke bei Bedarf damit betreiben zu können. Die privaten Haushalte, Stadtwerke und alle anderen Kunden, mit denen E.ON langfristige Lieferverträge abgeschlossen habe, seien von diesem Engpass nicht betroffen. Die Maßnahmen des Konzerns dienten vielmehr dazu, hier in jedem Fall weiterhin die Versorgung störungsfrei sicherstellen zu können.

Hauptgrund für die Gas-Knappheit sei die kalte Witterung. Entsprechend stark sei der Gasverbrauch für Heizzwecke angestiegen. Zudem komme wegen des ebenfalls witterungsbedingt hohen Eigenbedarfs in Russland und der Ukraine derzeit häufiger weniger Gas in Deutschland an als mit dem russischen Partner Gasprom vereinbart. Der aktuelle Engpass solle aber keine Auswirkungen auf die Gas-Verbraucherpreise haben.

Ruhrgas wies den Bericht unterdessen als "übertrieben" zurück. Ruhrgas sei in besonderem Maße darauf vorbereitet, mit angespannten Versorgungssituationen umzugehen. Die jetzt begonnene Reduzierung von Gaslieferungen an einzelne Kunden diene der Entlastung der eigenen Speicher. Bereits zu Jahresbeginn habe man Kürzungen der russischen Gaslieferungen über die Speicher ausgleichen müssen. Nun gehe es darum, genügend Mengen vorrätig zu haben, um auch eventuelle Kältespitzen im März - wie auch schon im Vorjahr erlebt - abfangen zu können.