Bedenken

Zeitung: IEA warnt vor falschen Hoffnungen bei Biokraftstoffen

Die Internationale Energieagentur (IEA) hat davor gewarnt, die Rolle, die Biokraftstoffe in Zukunft spielen können, zu überschätzen. "Es dürfen in der Öffentlichkeit keine falschen Hoffnungen geweckt werden", sagte IEA-Chef Claude Mandil in einem Zeitungsgespräch.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Selbst im Jahr 2050 wird Erdöl immer noch viel wichtiger sein als Biokraftstoffe," so Mandil gegenüber "Tagesspiegel am Sonntag". Wenn Bioethanol, Biodiesel und Biokraftstoffe der zweiten Generation, die derzeit noch in der Entwicklung sind, zehn Prozent des Ölbedarfs ersetzen könnten, "wäre das schon gut", schätzte Mandil. Bei einem technischen Durchbruch könne es noch etwas mehr sein.

Mandil sieht die Ausbaupläne etwa in der EU für die heutige Biokraftstoffproduktion kritisch. "Aus meiner Sicht sind die Ziele für den Biosprit-Anteil am Kraftstoffverbrauch etwas überambitioniert", sagte der IEA-Chef. "Es wäre besser, weniger ehrgeizige Ziele vorzugeben und mehr Geld in die Forschung und Entwicklung zu stecken. Denn die Kosten könnten sicher gedrückt werden." Beim heutigen Stand der Technik sei von den alternativen Kraftstoffen nur Bioethanol, das in tropischen Ländern aus Zuckerrohr gewonnen wird, wettbewerbsfähig.

Der IEA-Chef rät außerdem, neben dem Ausbau der Produktion von alternativen Kraftstoffen auch andere Möglichkeiten nicht aus den Augen zu verlieren, sich unabhängiger vom Öl zu machen. "Die Effizienz zu erhöhen und Verbrauch einzusparen, ist viel billiger."

Skeptisch ist Mandil, wenn es um verflüssigtes Erdgas oder Wasserstoff geht. Die Nutzung von Gasen als Kraftstoffe für Autos sei deutlich aufwendiger als bei flüssigen Kraftstoffen. "Die einzige ernsthafte Alternative zum Öl sind also die Biokraftstoffe."

Weiterführende Links