Abnahmepflicht

Zeitung: Glos will Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz

Bundeswirtschaftsminister Glos setzt sich für die Einspeisung von Biogas ins Erdgasnetz ein. Bestehende Zugangshemmnisse müssten nach beseitigt werden, wie das "Handelsblatt" (Freitagausgabe) unter Berufung auf ein Papier des Ministeriums berichtete. Netzbetreiber sollten zur Abnahme von Biogas verpflichtet werden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Bis 2030 könne Biogas aus inländisch erzeugter Biomasse etwa zehn Prozent des derzeitigen deutschen Erdgasverbrauchs ersetzen und damit "grob gerechnet ohne zusätzliche Kosten etwa 22 Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen", zitiert das Blatt weiter aus dem Papier. Das entspreche etwa 2,5 Prozent der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen.

Das Ministerium plädiert der Zeitung zufolge dafür, die Betreiber von Erdgasnetzen "zum vorrangigen Anschluss sowie zur vorrangigen Abnahme und Durchleitung von Biogas" zu verpflichten. Die Vergütung solle zu aktuellen Marktpreisen erfolgen.

Eine solche Regelung würde sich vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) unterscheiden, das für den Strombereich gilt: Wer Strom aus Sonne, Wasser, Wind oder Biomasse erzeugt, erhält dafür Fixpreise, die auf Jahre festgeschrieben sind und zum Teil deutlich über den Marktpreisen liegen. Diese Vergütungen summierten sich laut Zeitungsbericht im vergangenen Jahr auf netto 3,2 Milliarden Euro. Der Betrag wird auf die Stromverbraucher umgelegt. Das EEG habe dazu geführt, dass der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Energien mittlerweile bei 13 Prozent liegt.

Bislang spiele Biogas im Erdgasnetz so gut wie keine Rolle, berichtete das Blatt. Von einem Biogas-Einspeisegesetz verspreche sich die Branche enormen Auftrieb.