Keine Bedenken

Zeitung: Glos weist Einwände gegen RAG-Gutachten zurück

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hat die Kritik Nordrhein-Westfalens an einem Gutachten über den RAG-Konzern zurückgewiesen und sich hinter die Börsenpläne gestellt. Dies gehe aus einem Brief von Glos an NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) hervor, berichtet der "Tagesspiegel".

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Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Das Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG erfülle "in jeder Hinsicht" den gemeinsamen Auftrag von Bund und Ländern, schreibe Glos.

Auch sei nicht nachgewiesen, dass die Gutachter vom ungünstigsten Szenario ausgegangen seien. Glos lasse diese Einwände nicht gelten: Nur die RAG verfüge über die notwendigen Daten zur Abschätzung der späteren Lasten, antworte er in seinem Schreiben. "Das Gutachten geht in der Bewertung der einzelnen Altlasten schon jetzt durchweg von einer maximalen Risikoabschätzung aus", zitiert das Blatt weiter.

Die RAG will ihren so genannten weißen Bereich aus den Sparten Energie, Chemie und Immobilien unter neuem Namen 2007 an die Börse bringen. Der Erlös soll die Risiken und Altlasten des "schwarzen Bereichs", also des Bergbaus, absichern. Dem Gutachten zufolge gehe diese Rechnung auf, berichtet das Blatt weiter. Thoben habe jedoch in einem Brief an Glos moniert, dass in dem Gutachten Zahlen der RAG ohne Prüfung verwendet worden seien.

Ein Sprecher des Düsseldorfer Wirtschaftsministeriums betonte auf Nachfrage, dass Thoben das Schreiben begrüße. Damit sei klar, beim wem "das Risiko liege", sollten sich die Bedenken des Landes als richtig erweisen.

Morgen wollen Bund, Länder, RAG und Gewerkschaft in Berlin bei einem Spitzentreffen über die Zukunft des Bergbaus beraten. Am Tisch sitzen den Angaben zufolge Glos, Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), die Ministerpräsidenten der Steinkohleländer Nordrhein-Westfalen und Saarland, Jürgen Rüttgers und Peter Müller (beide CDU), RAG-Chef Werner Müller und der Vorsitzende der IG BCE, Hubertus Schmoldt.