Hin zu mehr Wettbewerb

Zeitung: EU will Energie verbilligen

Die EU-Kommission will angeblich mit einem neuen Gesetzesvorhaben in den deutschen Energiemarkt eingreifen, um mehr Wettbewerb zu erzwingen und die Strom- und Gaspreise zu senken. Nach einem Zeitungsbericht wurde dazu ein Aktionsplan erarbeitet, der die Enteignung nicht mehr in den Vordergrund stellt.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Dazu sollen Konzerne wie E.ON und RWE die Kontrolle über ihre milliardenschweren Liefernetze verlieren, berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den Plan. Zudem wolle Brüssel die Leitungen in und zwischen den Mitgliedstaaten ausbauen.

Strom ist für die deutschen Verbraucher seit 2004 um 10, Gas sogar um 20 bis 25 Prozent teurer geworden. Das Bundeskartellamt hatte zuletzt regionale Preisunterschiede bis zu 60 Prozent offen gelegt. Die EU-Kommission will europaweit für mehr Konkurrenz sorgen, indem sie die Macht der großer Versorger beschneidet. Wegen des Widerstands der Bundesregierung ist aber noch unklar, ob die Energiekonzerne künftig ihre Netze verkaufen müssen und somit zerschlagen werden.

Der neueste Brüsseler Gesetzentwurf bezeichnet die Enteignung - anders als frühere Pläne - nicht mehr als die beste Variante. Für genauso wirksam hält es die Kommission, wenn die Konzerne die Netze behalten dürfen, der Betrieb aber an einen unabhängigen Operator vergeben wird. Damit sollen die Unternehmen die Chance verlieren, Konkurrenten aus dem In- und Ausland zu behindern und somit die Preise hoch zu halten.

Am Mittwoch soll der Bericht der Wettbewerbskommission veröffentlicht werden. Wie bereits berichtet, wird darin das Kartellverhalten der großen Energiekonzerne angeprangert. Erste Meldungen führten am Freitag zu Kurseinbrüchen bei E.ON und RWE.