Verzögerung

Zeitung: Energiesparbericht erst mit langer Verspätung nach Brüssel

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) wird einen von der Europäischen Union angeforderten Energiesparbericht offenbar erst mit monatelanger Verspätung nach Brüssel senden. Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn wirft dem Wirtschaftsminister vor, mit einer Hinhaltetaktik die Klimaschutzbemühungen zu sabotieren.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

München (ddp/sm) - Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Freitagausgabe) vorab berichtet, musste Glos den so genannten "Aktionsplan zur Energieeffizienz" eigentlich spätestens am letzten Samstag an die EU-Kommission schicken. Die Fertigstellung des Berichts werde sich aber bis in den Spätsommer oder gar den Herbst hinein verzögern, weil, wie es im Ministerium heißt, Glos zunächst die Ergebnisse des nationalen Energiegipfels am kommenden Dienstag abwarten wolle.

Grünen-Fraktionsvize Bärbel Höhn warf Glos Hinhaltetaktik vor. "Die Bundesregierung redet viel und gerne über abstrakte Ziele. Konkrete und wirksame Maßnahmen sind aber bisher absolute Mangelware", sagte Höhn der Zeitung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wolle Europa beim Klimaschutz führen und habe beim EU-Gipfel im März auch weitreichende Effizienzziele durchgesetzt. "Jetzt sabotiert der zuständige Wirtschaftsminister Glos wieder einmal die Klimaschutzbemühungen seiner Kanzlerin", sagte die Grünen-Politikerin.