Frankreich

Zeitung: Energiekonzern hat Atomkraftgegner bespitzelt

Der französische Energiekonzern EDF hat einem Zeitungsbericht zufolge über Monate hinweg den Sprecher der Dachorganisation der französischen Atomkraftgegner bespitzeln lassen. Der Energieriese steht bereits im Verdacht, das Pariser Büro von Greenpeace abgehört zu haben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Paris (afp/red) - Die Schweizer Firma Securewyse habe Stéphane Lhomme von Sortir du Nucléaire (Atomausstieg) im Jahr 2006 überwacht, berichtete die französische Wochenzeitung "Le Canard Enchaîné" am Mittwoch.

Die Zeitung wies darauf hin, dass der AKW-Betreiber EDF bereits im Verdacht stehe, den Computer eines früheren französischen Greenpeace-Aktivisten angezapft zu haben. Die Pariser Justiz hatte vergangene Woche ein Ermittlungsverfahren dazu eingeleitet.

Kein Kommentar von EDF

Der Kraftwerksbetreiber wollte sich auf Anfrage nicht zu den neuen Vorwürfen äußern. Die französische Spionageabwehr hatte Lhomme im März vergangenen Jahres und im Mai 2006 vorübergehend in Gewahrsam genommen, weil seine Organisation sich ein geheimes Dokument beschafft hatte. Darin war zu lesen, dass auch die neue Generation der französischen Atomkraftwerke dem Absturz eines Linienflugzeuges nicht standhalten würde.

Frankreich baut derzeit in Flamanville am Ärmelkanal einen Europäischen Druckwasserreaktor (EPR); zwei weitere EPR sollen folgen, um den größtenteils aus den 80er Jahren stammenden französischen Atompark mit seinen 58 Reaktoren zu erneuern.