Kritik von Umweltverbänden

Zeitung: E.ON lässt Kessel für Kraftwerk in China zusammenbauen

E.ON lässt nach Informationen der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" einen Großteil seines Steinkohlekraftwerks in Datteln in China zusammenbauen. 4000 Tonnen Material für den Kessel werden nach Shanghai verschifft, dort zusammengebaut und wieder nach Deutschland gebracht.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Essen (ddp/sm) - Allein 2000 Tonnen gehen vom Duisburger Hafen aus nach China, die andere Hälfte wird von Japan dorthin geliefert. Nach Angaben eines Sprechers der mit dem Kesselbau beauftragten Hitachi Power Europe GmbH liegen die Kosten für diesen Mega-Transport bei bis zu 40 Millionen Euro.

Umweltverbände schlagen deswegen Alarm. "Unter ökologischen Gesichtspunkten ist das ein Wahnsinn", sagte Thomas Krämerkämper vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Reiner Priggen, der energiepolitische Sprecher der Grünen in NRW, sagte: "Es ist hochgradig unvernünftig, solche Kessel quer durch die ganze Welt zu schicken."

E.ON begründet die weite Reise der Kraftwerksteile damit, dass es in Europa keine kompetenten Kesselbauer mehr gebe. "China verfügt inzwischen beinahe über eine Monopolsituation", sagte ein Konzernsprecher. Bei den verschifften Teilen handelt es sich unter anderem um Kesselwände und -decken, um schwere Träger und Stahlrohre.