Einflussnahme des Staates

Zeitung: Druck auf ausländische Ölförderer in Russland

Wie das Düsseldorfer "Handelsblatt" berichtet, hat das russische Energieministerium eine Lizenzerweiterung für das Förderprojekt Sachalin 1 des US-Konzerns Shell abgelehnt und stattdessen eine Versteigerung angekündigt. Damit erhöht sich der Druck auf ausländische Öl- und Gasförderer in Russland weiter.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Moskau/Düsseldorf (red) - Bereits am Dienstag hatte dem Bericht zufolge der Umweltbeauftragte der Regierung angedroht, die Arbeiten an dem Royal Dutch Shell-Projekt Sachalin zwei wegen Verstößen gegen Umweltvorschriften zu stoppen. Analysten sehen das als Vorwand des Staates, angesichts des hohen Ölpreises einen größeren Einfluss auf die Energieförderung auszuüben. An Sachalin 2 sind Shell mit 55 Prozent und die beiden japanischen Unternehmen Mitsui und Mitsubishi mit 25 beziehungsweise 20 Prozent beteiligt.

Der russische Ölkonzern Gazprom will sich an Sachalin 2 zu 25 Prozent beteiligen. Eine entsprechende Einigung mit Shell sei bereits erfolgt, eine Ausweitung des Anteils jedoch nicht beabsichtigt, so der stellvertretende russische Wirtschaftsminister Kirill Androssow im "Handelsblatt". Daher vermuten Analysten eine mögliche Verdrängung der japanischen Anteilseigner. Das Verhältnis zwischen Russland und Japan ist seit Jahrzehnten wegen Gebietsstreitigkeiten über die Kurilen-Inseln östlich von Sachalin angespannt.

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