Auf der Kippe?

Zeitung: Börsengang der RAG steht möglicherweise vor dem Aus

Der geplante Börsengang des Essener Bergbaukonzern RAG steht nach Medienberichten unter Berufung auf ein internes Papier des Bundeswirtschaftsministeriums möglicherweise vor dem Aus. Diese Gefahr bestehe, wenn es im Januar keine Einigung zur Zukunft der deutschen Steinkohle gebe.

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München/Essen (ddp/sm) - Dies berichtet das Münchner Nachrichtenmagazin "Focus". Hintergrund sei der Vorschlag der SPD, die endgültige Entscheidung über die Zukunft des Steinkohlebergbaus auf das Jahr 2012 zu verschieben.

Die RAG will im Frühjahr 2007 mit ihrem so genannten weißen Bereich (Chemie, Energie, Immobilien) an die Börse gehen und den Bergbau in eine Stiftung einbringen. Dabei soll die Haftung des weißen Bereichs für Risiken bei der Kohle-Förderung aufgehoben werden. Dieser Verbund wird laut dem Ministeriums-Papier aber weiter benötigt, wenn die Entscheidung über einen Sockelbergbau oder einen Auslaufbergbau erst 2012 fällt. "Ein Börsengang des RAG-Beteiligungsbereichs wäre wegen der beim schwarzen Bereich verbleibenden Risiken nicht möglich", zitiert das Nachrichtenmagazin aus dem Papier.

Seit Monaten verhandeln Politik, Unternehmen und Gewerkschaft über die Frage eines Ausstiegs aus der subventionierten Steinkohle sowie den geplanten Börsengang der RAG. Dazu hatte es bislang drei so genannte Kohlegipfel gegeben, zuletzt am Donnerstag. Auch nach dem jüngsten Spitzengespräch blieb unklar, ob und wann ein Ausstieg aus den Kohlebeihilfen erfolgen soll. Die nächste Runde ist für 10. Januar vorgesehen. Die nordrhein-westfälische Landesregierung unterstützt den geplanten Börsengang von RAG. Dazu ist aber das Ende des subventionierten Bergbaus erforderlich.

Der Bergbau wird in diesem Jahr mit rund 2,1 Milliarden Euro aus öffentlichen Mitteln gefördert. Davon fließen rund 1,6 Milliarden Euro vom Bund, rund eine halbe Milliarde Euro vom Land.