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Zeitung: "Big Player" investieren verstärkt in regenerative Energien

Nach einem Bericht der "Financial Times Deutschland" (FTD) planen die großen Energiekonzerne verstärkt Investitionen im Bereich erneuerbare Energien. Bisher war der Markt vor allem von mittelständischen Unternehmen geprägt. Das könnte sich bald ändern.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Hamburg (red) - Dem Bericht zufolge plant die Essener RWE in den nächsten Jahren sechs Milliarden Euro in die Öko-Energien zu stecken. Unternehmen wie Vattenfall, Siemens und die französische Areva kauften sich inzwischen in Windkraftfirmen ein. Der US-Konzern General Electrics (GE) will den Umsatz im Firmensegment Ecomagination bis 2010 auf 15 Milliarden Euro steigern und E.ON bis 2020 Strom zu gleichen Teilen aus regenerativen wie aus fossilen und nuklearen Quellen erzeugen. Und auch BP hat ein Investitionsprogramm von acht Milliarden US-Dollar für die Energieerzeugung aus Solarkraft, Wind, Wasserstoff sowie Gas- und Dampfturbinenkraftwerken aufgelegt.

"Die Umsatzchancen sind da", zitiert das Blatt Claudia Kemfert, Energie-Expertin beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Ihrer Ansicht nach können die regenerativen Energien spätestens in zehn bis fünfzehn Jahren "vollständig wettbewerbsfähig" sein. Dabei seien die Investitionsentscheidungen ein wichtiger Indikator. "Jeder Großkonzern beschäftigt ein Heer von Analysten, das detailliert prüft, ob eine Investition die entsprechende Rendite bringt," so Kemfert.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sieht inzwischen durchaus neue Konkurrenz für den Mittelstand heranwachsen. "Noch ist allerdings nicht entschieden, wer künftig den Markt beherrschen wird", sagte Verbandspräsident Johannes Lackmann gegenüber der Zeitung. Aufgrund der dezentralen Organisation des Marktes würden sich Große und Kleine den Markt wohl teilen. Als Beispiele nannte er Großprojekte wie das Wasserkraftwerk Rheinfelden oder die geplanten Offshore-Windparks. Die Anfangsinvetstitionen könnten nur von "Etablierten" getragen werden.

Für die Stadtwerke sieht er ebenfalls gute Chancen auf dem alternativen Energiemarkt der Zukunft. "Die Stadtwerke Aachen und Schwäbisch Hall machen bereits vor, dass sich das Geschäft mit der Erdwärme rentiert", sagte Lackmann.

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