Misstrauen

Zeitung: Bauern lehnen Biogasanlagen in der Lausitz ab

Offenbar hat noch keiner der in der Lausitz ansässigen Bauern einen Vertrag unterschrieben. Die Bauern sollen verstärkt Mais anbauen, um die zwei großen Biogasanlagen am Laufen zu halten. Verbände warnen vor zusätzlichen Monokulturen und fordern kleinere Anlagen.

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Berlin (ddp/sm) - Gegen den Bau zweier großer Biogasanlagen im Süden Brandenburgs formiert sich Widerstand. "Wir sind gegen solch große Anlagen", sagte der Hauptgeschäftsführer des Kreisbauernverbandes von Spree-Neiße, Werner Stieber, der "Berliner Zeitung" (Dienstagausgabe). Vielmehr sollten die Landwirte wesentlich kleinere Anlagen einrichten, um von der regionalen Wertschöpfung profitieren zu können.

Die Leipziger Nawaro AG will dem Bericht zufolge in Jocksdorf eine 20-Megawatt-Biogasanlage mit 40 Heizblöcken errichten. Im Industriegebiet von Schwarze Pumpe werde die niedersächsische Energiewert AG eine 10-Megawatt-Anlage errichten. Die Unternehmen bieten Bauern in der Umgebung langfristige Verträge, damit sie auf ihren Feldern verstärkt Mais anbauen. Mit dieser Pflanze werden die Biogasanlagen gefüttert.

Man kenne aber noch keinen, der einen Vertrag unterschrieben habe, sagte ein Vertreter des regionalen Bauernverbands dem Blatt. Landwirte warnten bereits vor Mais-Monokulturen auf den Feldern. Tatsächlich benötigen beide Anlagen der Zeitung zufolge zusammen gut 460 000 Tonnen Maissilage pro Jahr, das sei mehr, als vor Ort angebaut werde. Zusätzlich verbrauchten die Biogasanlagen jährlich weit über 100 000 Tonnen Gülle und Getreide.