Kostenprognose

Zeitung: Auf RAG-Stiftung kommen zusätzliche Kosten zu

Auf die geplante RAG-Stiftung kommen offenbar deutlich höhere Kosten zu als bislang angenommen. Nach Meinung von Kritikern habe die Stiftung wesentliche Faktoren in ihrer Kostenprognose ausgespart, berichtet die in Hamburg erscheinende Wochenzeitung "Die Zeit" in ihrer heute erscheinenden Ausgabe.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Hamburg/Düsseldorf (ddp-nrw/sm) - Der Zeitung zufolge seien unter anderem notwendige Wartungs- und Instandhaltungskosten nicht berücksichtigt worden. Konkret gehe es unter anderem um meterhohe Deichbauten zum Hochwasserschutz am Niederrhein, die durch bergbaubedingte Bodenabsenkungen nötig geworden seien. "Der Erhalt der Deiche gehört klar zu den Ewigkeitskosten der Kohle", zitiert die Zeitung den Grünen-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, Reiner Priggen.

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG bemängelt laut Zeitungsbericht, dass derzeit noch keine detaillierten Informationen über die exakte Lage und den Zustand von rund 2200 Schächten der RAG existierten. Die Stiftung will die Haftung für diese Schächte, die vielfach schon vor der Gründung der RAG im Jahr 1968 stillgelegt wurden, den Vorbesitzern RWE, E.on, ThyssenKrupp und Arcelor überlassen. Diese sehen sich jedoch offenbar nicht in der Verantwortung.

Die RAG-Stiftung soll gegründet worden, um nach dem Ausstieg der RAG aus der Kohleförderung für deren Altlasten zu haften. Am Dienstag hatten die Aufsichtsräte der RAG und der RAG Beteiligungs-AG der Errichtung einer bürgerlich-rechtlichen Stiftung zugestimmt. Das notwendige Geld soll die Einrichtung durch den geplanten Börsengang der RAG Beteiligungs-AG erhalten. Vorsitzender der Stiftung soll der frühere BP-Manager Wilhelm Bonse-Geuking werden.