Gute Nerven

Zeitung: Auch Sachsen-Anhalter wehren sich gegen höhere Gaspreise

Mehr als 1000 Mal sind die Musterbriefe der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt zur Verweigerung der Gaspreiserhöhung seit Donnerstag letzter Woche aus dem Internet heruntergeladen worden. Dennoch bräuchten die Verbraucher "gute Nerven", sagte Verbraucherschützerin Emmrich der Mitteldeutschen Zeitung.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Halle (red) - Auch in Sachsen-Anhalt wächst der Widerstand gegen drastische Erhöhungen der Gaspreise. "Unsere Musterbriefe, die erst seit Donnerstag vergangener Woche im Internet stehen, sind bereits mehr als 1000 Mal heruntergeladen worden", sagte Gabriele Emmrich, Juristin der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung (Dienstag-Ausgabe). Die Zahl der Zugriffe auf die Website habe sich seither verdoppelt, führte sie aus.

Hintergrund: Der Bund der Energieverbraucher und die Verbraucherzentralen halten Erhöhungen um mehr als zwei Prozent für "unbillig". Sie raten, nur diese zwei Prozent mehr zu bezahlen, darüber hinaus gehende Erhöhungen aber zurückzuweisen. Nach Beispielrechnungen der halleschen Verbraucherschützer müssen je nach Verbrauch und Vertrag Kunden des halleschen Versorgers EVH seit 1. Oktober zwischen 3,7 und im Einzelfall bis zu 22 Prozent mehr für Heizgas zahlen. Der mitteldeutsche Anbieter Mitgas gibt für einen Durchschnitts-Kunden mit einem Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden 4,6 Prozent Erhöhung an.

"Weil viele Tarife angeboten werden, fällt der Preisanstieg im Einzelfall sehr unterschiedlich aus", so Emmrich. "Deshalb sollte jeder genau prüfen, ob er den individuell günstigsten Tarif gewählt hat." Kunden, die die Zahlung der Erhöhung verweigern, hätten "das Recht dazu, müssten jedoch auch gute Nerven mitbringen".