Rückstellungen zu niedrig?

Zeitung: 30 Milliarden fehlen für Atomausstieg

Einem Bericht des 'Spiegel' zufolge fehlen den Energiekonzernen 30 Milliarden Euro für die Finanzierung des Atomausstiegs. Das Geld reiche nicht für die Endlagerung des Atommülls aus. Kurz zuvor hatte schon das Handelsblatt berichtet, dass die Rückstellungen zu knapp kalkuliert seien.

Atomstrom-Ende© i12 GmbH

Frankfurt (dpa-AFX/red) - Den deutschen Energiekonzernen fehlen für den Atomausstieg möglicherweise Rückstellungen in Höhe von 30 Milliarden Euro. Dies sei das Ergebnis eines Gutachtens von Wirtschaftsprüfern, die das Bundeswirtschaftsministerium beauftragt habe, wie der "Spiegel" am Montagabend auf seiner Internetseite ohne nähere Angaben von Quellen berichtete. Demnach reichten die gebildeten Rückstellungen in Höhe von etwa 39 Milliarden Euro zwar aus, um die Atomkraftwerke in Deutschland zurückzubauen - doch für die Endlagerung des Atommülls und den Aufbau eines Endlagers fehle das Geld. Die betroffenen Unternehmen Eon, RWE, Vattenfall und EnBW hätten bei ihren Rückstellungen mit zu positiven Zinserträgen gerechnet.

Eine Sprecherin des Energiekonzerns RWE sagte, dass dem Unternehmen noch keine finale Fassung der Prüfung bekannt sei. RWE gehe aber davon aus, dass die gebildeten Rückstellungen richtig und angemessen seien und dies auch bestätigt werde.

Handelsblatt: Mit zu hohen Zinsen gerechnet

Bereits in der vergangenen Woche hatte das "Handelsblatt" berichtet, dass die Rückstellungen der Versorger aufgestockt werden müssten. Auch hier war das derzeit niedrige Zinsniveau als Grund für den Fehlbetrag genannt worden. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte im Juni Experten mit einem Gutachten beauftragt. In der vergangenen Woche hatte das Ministerium mitgeteilt, dass die Arbeiten der Prüfer noch andauerten und Ergebnisse noch nicht vorlegen würden. Mit diesen werde im Herbst gerechnet.