ZEIT: Energieexperte Stephan Kohler für Ökosteuererhöhung nach 2003

Der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur hat sich in der ZEIT dafür ausgesprochen, die Industrie mit weiteren Ökosteuererhöhungen zu Innovationen zu zwingen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler, hat sich dafür ausgesprochen, die Ökosteuer auch nach dem Jahr 2003 weiter schrittweise zu erhöhen. Der Chef des bundeseigenen Unternehmens sagt in der neuen Ausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT (Erstverkaufstag: 26. Juli) zu anderslautenden Ankündigungen sowohl von Bundeskanzler Gerhard Schröder als auch von Wirtschaftsminister Werner Müller: "Dafür habe ich kein Verständnis." Durch den Verzicht auf weitere Ökosteuerstufen werde die Industrie "geradezu animiert, auf die offensive Vermarktung sparsamer Autos und anderer energieeffizienter Produkte zu verzichten".

Nach den Worten Kohlers lasse sich der deutsche Energieverbrauch bei den gegenwärtigen Preisen um "rund 30 Prozent" vermindern, ohne dass dadurch zusätzliche Kosten entstünden. Das technische Einsparpotential liege sogar bei 50 Prozent. "Wir müssen weder erst die notwendigen Technologien erfinden, noch führt uns deren Anwendung in den wirtschaftlichen Ruin", sagte Stephan Kohler der ZEIT. Umgekehrt würden die neuen Technologien vielmehr einen "Innovationsschub" auslösen.

Wenig Verständnis äußerte der Energieexperte zu dem Streit bei der Bonner Klimakonferenz, den Kohlendioxid-Ausstoß der Industrieländer bis etwa 2010 um etwa fünf Prozent gegenüber 1990 zu vermindern. "5 Prozent sind ein Witz", sagte Kohler. "Wir können detailliert nachweisen, dass dieses Ziel technisch und ökonomisch leicht erreichbar ist."