Sintflut

Zahlreiche Stromausfälle nach Hochwasser (Upd.)

Der anhaltende Regen am Wochenende und das damit verbundene Hochwasser hat im Netzgebiet des größten ostdeutschen Stromversorgers zu zahlreichen Stromausfällen geführt. Auch in Bayern war und ist die Lage dramatisch; etwa in Passau wurde zeitweilig die Versorgung mit Trinkwasser und Strom eingestellt.

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Halle, Saale/Passau (red) - In der Spitze waren nach Angaben des Netzbetreibers Mitnetz Strom rund 30.000 Kunden in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zeitgleich ohne Strom. Am Montagmittag seien weiterhin rund 14.000 Kunden vom Stromausfall betroffen. In den Netzregionen Südsachsen und Westsachsen wurden Krisenstäbe einberufen. In Sachsen sei ein Hubschrauber im Einsatz, der Gebiete überfliegt, die nicht mit Einsatzwagen erreichbar sind. Mitnetz Strom riet allen Bürgern in den Hochwassergebieten dringend, sich von stromführenden Anlagen wie Stromleitungen fernzuhalten. Hier bestehe Lebensgefahr.

Reparaturen gestalten sich schwierig

Rund 500 Mitarbeiter seien im Einsatz. Vom Hochwasser bedrohte Umspannwerke im Netzgebiet wurden dauerhaft besetzt, um schnellstmöglich reagieren zu können. Starker Regen und Überschwemmungen sowie das Arbeiten bei Nacht behinderten teilweise die schnelle Störungsbeseitigung. Immer mehr Bundes-, Landes- und Ortsstraßen seien gesperrt; aufgeweichte Böden sorgten für Mast- und Baumumbrüche auf Stromleitungen. Die Schadenshöhe lasse sich noch nicht beziffern; die Reparaturarbeiten an den defekten Stromleitungen und Anlagen dauerten an und würden voraussichtlich noch einige Tage in Anspruch nehmen. Der aufgeweichte Boden erschwere die Arbeiten.

Passau stellte das Trinkwasser ab

Auch in Bayern ist die Lage insbesondere in Passau, Rosenheim und anderen Gemeinden in Süd- und Niederbayern dramatisch. Am Montagmittag teilten die Stadtwerke Passau mit, dass die Trinkwasserversorgung eingestellt werden müsse. Wie der Krisenstab mitteilte, drohe eine Verunreinigung der Brunnen. Man arbeite mit Hochdruck daran, der Bevölkerung wieder Wasser zur Verfügung zu stellen. Krankenhäuser würden notversorgt, Bürger über Tankwagen mit Wasser versorgt.

So schlimm wie seit dem Mittelalter nicht

Während sich die Lage in den Hochwassergebieten in Oberbayern sowie am Main am Montag entspannte, spitzte sie sich in Passau noch zu. Die Donau stieg nach Angaben der Stadt bis zum Abend auf 12,80 Meter und übertraf damit deutlich das Jahrhundert-Hochwasser von 1954 mit 12,20 Metern. "Das gab es in den letzten fünf Jahrhunderten nicht", sagte Oberbürgermeister Jürgen Dupper. Zeitweilig wurde in der Altstadt auch der Strom abgestellt. Nachdem sich am Mittwoch die Lage langsam zu verbessern begann, haben die meisten Passauer Bürger inzwischen wieder Trinkwasser. Dieses sollte allerdings vor dem Verzehr abgekocht werden.