Effizient und günstig

Yello und Cisco wollen intelligente Stromsysteme voranbringen

Cisco startet mit Yello Strom ein Pilotprojekt zu intelligenten Stromsystemen, so genannten Smart Grids. Haushalte werden mit intelligenten Zählern sowie Solaranlagen oder Blockheizkraftwerken ausgestattet. Damit könnten Verbraucher ihre Haushaltsgeräte laufen lassen, wenn Strom günstig ist und bei Bedarf Strom erzeugen und ins Stromnetz einspeisen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

München/Köln (red) - Bis zu 70 Haushalte und Betriebe wollen der IT-Konzern Cisco und Yello mit innovativer Kommunikationstechnologie zur Verbrauchssteuerung ausstatten. Die Testnutzer erhalten einen intelligenten Stromzähler von Yello Strom, den sogenannten Yello Sparzähler online. Darüber hinaus sollen Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke oder Wärmepumpen installiert werden, mit denen die Nutzer ihren eigenen Strom produzieren. Für die komplette Kommunikation zwischen allen Netzknotenpunkten sorgt das Internet Protokoll (IP).

Strom verbrauchen, wenn er günstig ist

Yello will mit der Kooperation das Stromsystem weiter optimieren, damit Kunden den eigenen Strom effizient nutzen und in Zukunft durch mögliche neue Tarifmodelle auch Geld sparen können. Beispielsweise könnte man Waschmaschine und Spülmaschine dann laufen lassen, wenn der Gesamtstromverbrauch niedrig ist und genügend Strom aus Windkraft oder anderen erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung steht, um dann Strom zu günstigeren Preisen zu beziehen. Untersuchungen zufolge könnten so 15 Prozent den Stromverbrauchs zeitlich verschoben werden. Alleine in Deutschland ließen sich so theoretisch zehn bis 15 Großkraftwerke ersetzen.

Stromkunden werden Teil der intelligenten Stromnetze

Yello-Geschäftsführer Martin Vesper erklärt, wie der Kunde bei der Smart-Grid-Technologie selbst Teil des intelligenten Netzes werden kann. "Er kann seinen eigenen Energie-Verbrauch und auch seine eigene Energie-Erzeugung über seinen intelligenten Stromzähler steuern lassen, optimieren und so von den intelligenten Netzen profitieren." Durch die Einbeziehung des Endkunden in ein Smart Grid können Spitzenlasten reduziert auch die so genannte Reservekapazität verringert werden. Reservekapazitäten - meist Gas- oder Ölkraftwerke - erzeugen bei Bedarf Strom, um das Stromsystem stabil zu halten, sind allerdings mit hohen Kosten verbunden. In einem intelligenten Stromsystem würde diese Reservekapazität von den Endverbrauchern mit ihren Solaranlagen oder Blockheizkraftwerken bereit gestellt, die Kosten - sowohl für Verbraucher als auch für Energiekonzerne - sinken.

Intelligente Stromsysteme als Zukunftsmarkt

Cisco sieht in dem Pilotprojekt mit Yello Strom einen Zukunftsmarkt. Denn Yello Strom bietet derzeit als einziger deutschlandweit einen intelligenten Stromzähler an, der als Plattform für ein intelligentes Netz auf IP-Basis fungieren kann. Mit seinem IT-Knowhow wolle Cisco Energieanbietern und Energiekunden die notwendige Infrastruktur zur Verfügung stellen, um den Stromverbrauch zu verringern und Ressourcen effektiv zu nutzen.